Musikkonzerne
Sony Music kauft Anteil an DEAG

Früher war die Welt für Musikkonzerne einfach: Man hatte einen Künstler unter Vertrag und mit dem Verkauf seiner CDs verdiente man bisweilen kräftig Geld. In Zeiten von MP3 und Raubkopien ist das schwieriger geworden. Heute kauft man zum Beispiel Konzertveranstalter, so wie Sony Music DEAG.

HB BERLIN. Der weltweit zweitgrößte Musikkonzern Sony steigt ins europäische Klassikgeschäft des Konzertveranstalters DEAG ein. Sony Music beteiligt sich mit 49 Prozent an der DEAG Classics AG, wie die Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft (DEAG) als deren Mutterkonzern am Dienstag in Berlin mitteilte.

Der Kaufpreis liegt bei einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Der Umsetzung dieser Vereinbarung müssen die Kartellbehörden noch zustimmen. Ein Ziel sei, bestehende Verträge mit Künstlern wie Plácido Domingo, David Garrett oder Anna Netrebko zusammen auszubauen. An der Spitze des künftigen Gemeinschaftsunternehmens soll DEAG-Chef Peter Schwenkow stehen.

Über die strategische Partnerschaft werde auch eine Expansion in einige europäische Länder angestrebt, hieß es weiter. Bestandteil sind bereits die DEAG-Aktivitäten in Großbritannien. Die Berliner hatten 2008 den dortigen Veranstalter Raymond Gubbay übernommen. Der DEAG bringe der Anteilsverkauf auch positive Effekte auf Ergebnis, Liquidität und Eigenkapitalausstattung. Für Sony sei es ein wichtiger Schritt bei der stärkeren Fokussierung auf das Klassik- und Veranstaltungsgeschäft. Das Unternehmen hatte dies zu Jahresbeginn angekündigt und den für Kontakte zu hochkarätigen Künstlern bekannten Bogdan Roscic als Geschäftsführer seiner Klassiksparte engagiert.

Weitere Einzelheiten wollen Schwenkow, Roscic und der Chef von Sony Music Entertainment, Rolf Schmidt-Holtz, an diesem Mittwoch in Berlin erläutern.

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