Musikrechte
Bertelsmann goes Country

Die Bertelsmann-Tochter BMG will das größte unabhängige Country-Label, die BBR Music Group, übernehmen. Für den Medienriesen aus Gütersloh birgt das zwei Vorteile: mehr Country und mehr USA.
  • 0

DüsseldorfZu den bekanntesten Künstlern, die das amerikanische Country-Label Broken Bow Records (BBR) zu bieten hat, gehört zweifelsohne Jason Aldean. Der 39-jährge Countrysänger bedient mühelos fast jedes Klischee, das über die bodenständige Musikrichtung kursiert: Auffälliger Silberschmuck, weit aufgeknöpftes Holzfällerhemd und ein tief in die Stirn gezogener Cowboyhut – in dieser Aufmachung stimmt er Erfolgssongs wie „Why“ oder „She's Country“ an.

Bald wird Aldean nicht mehr ein US-Musiklabel als Verwerter seiner Urheber- und Aufnahmerechte haben, sondern ein deutsches Unternehmen. BMG, die Musiktochter des Gütersloher Familienunternehmens Bertelsmann, hat die 100-prozentige Übernahme der in Nashville ansässigen unabhängigen Musikgruppe BBR Music Group, einschließlich der Labels Broken Bow Records, Stoney Creek Records, Wheelhouse Records, Red Bow Records sowie des Musikverlags Magic Mustang Music angekündigt.

Es ist die größte Übernahme von BMG seit Neugründung des Unternehmens im Jahr 2008. Über die Höhe des Kaufpreises herrschte Stillschweigen. In Medienberichten ist die Rede von einem Volumen von mehr als 100 Millionen Dollar.

BMG vergrößert mit diesem Zukauf seinen Besitz an amerikanischen Musikrechten. Vor einem Jahr sicherte sich das Berliner Unternehmen die Rechte von Blues und Rock'n'Roll-Klassikern und übernahm außerdem das Management des Pink-Floyd-Katalogs von Songwriter Roger Waters. Und nun also Country-Musik: Die Stilrichtung gehört zu den umsatzstärksten Genres in den USA, und Bertelsmann verspricht sich davon nicht nur eine höhere Kompetenz in diesem Musikbereich, sondern auch mehr Einfluss im amerikanischen Musikgeschäft.

Bei dem US-Musiklabel soll zunächst alles beim Alten bleiben. Gründer Benny Brown werde dem Unternehmen nach der Transaktion weiterhin beratend zur Seite stehen, heißt es in einer Mitteilung, während die 48 Mitarbeiter ihre Funktionen behalten sollen. Geführt wird das Unternehmen künftig von Zach Katz, dem US-Chef von BMG. Das Label BBR gilt als das zweitwichtigste Country-Unternehmen in den USA – nach Big Machine Records, dem Label der Popsängerin Taylor Swift, die einst als Country-Sängerin begann.

Kommentare zu " Musikrechte: Bertelsmann goes Country"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%