Nach Gewinnrückgang wieder auf Kurs
Robbie bringt Musik ins EMI-Geschäft

Die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres war bei EMI schwach. Neue Alben von Popstars wie Robbie Williams und Norah Jones haben den weltweit drittgrößten Musikkonzern nun aber wieder auf Kurs gebracht. Es wurde mehr Gewinn erwirtschaftet als erwartet.

HB LONDON. Das Ergebnis im Geschäftsjahr bis Ende März werde im Rahmen der eigenen Erwartungen liegen, erklärte die Nummer drei der Branche am Mittwoch in London. In den sechs Monaten bis September sank der Vorsteuergewinn um gut die Hälfte auf 18,6 Millionen Pfund (27,5 Millionen Euro), lag aber knapp über den Markterwartungen. Die EMI-Aktie legte fast zwei Prozent zu.

„Das erste Halbjahr macht gewöhnlich nur einen relativ geringen Teil unseres Jahresergebnisses aus, und das ist in diesem Jahr besonders der Fall“, sagte EMI-Chef Eric Nicoli. Diesmal liege der Schwerpunkt der Neuveröffentlichungen noch mehr im zweiten Halbjahr als sonst.

Auf eine konkrete Jahresprognose wollte sich Nicoli nicht festlegen. Der Gewinn werde aber den eigenen Erwartungen entsprechen, die er im Oktober mit einem Vorsteuergewinn von etwa 170 Millionen Pfund beziffert hatte. Allerdings wurde danach ein Bilanz-Betrugsfall in Brasilien bekannt, der den Gewinn belasten könnte. Zu dem Fall wollte sich der Konzern-Chef unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Der EMI-Umsatz sank im ersten Geschäftshalbjahr um Währungseffekte bereinigt um gut vier Prozent auf 868 Millionen Pfund. Das Geschäft in der Musiksparte, in der auch die Britpop-Band Coldplay unter Vertrag steht, ging um etwa fünf Prozent zurück. Das stark wachsende Segment der digitalen Musikverkäufe etwa über Internetportale steuerte den Angaben zufolge im ersten Halbjahr gut neun Prozent zum Umsatz von EMI Music bei und lag damit unter dem Branchendurchschnitt von elf Prozent. Das Verlagsgeschäft fiel im Rahmen des Vorjahres aus, das Nicoli zufolge über dem Branchentrend lag.

Bridgewell-Analyst Patrick Yau bezeichnete den EMI-Ausblick als gut, aber nicht gut genug, um seine „neutrale“ Aktienbewertung des Unternehmens zu ändern. EMI habe aber noch einiges zu tun, um seine Erwartungen zu erfüllen. Zur Veröffentlichung stehen bei EMI noch neue Alben von Soulsängerin Joss Stone und dem Ex-Beatles-Produzenten George Martin an.

EMI hatte Ende Juli seine Übernahmepläne für den US-Rivalen Warner Music Group - die weltweite Nummer vier der Branche - vorerst begraben. Beide Unternehmen hatten mehrere vergebliche Anläufe für eine gegenseitige Übernahme für fast vier Milliarden Euro gestartet, um den Branchenführern Universal und Sony BMG die Stirn zu bieten. Nach der Aufhebung der Fusionsgenehmigung für die Musiksparten von Bertelsmann und Sony zu Sony BMG durch ein EU-Gericht hatte es Zweifel gegeben, ob die Behörden eine weitere Konsolidierung der Branche zulassen würden. Sony und Bertelsmann haben Berufung gegen das Fusionsverbot eingelegt.

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