Nach Gewinnwarnung
Telekom-Chef Ricke muss kämpfen

Trotz großer Preisoffensive sorgen die schwächelnde Telekom-Aktie und die jüngste Gewinnwarnung für Kritik an Konzernlenker Kai-Uwe Ricke. Plötzlich scheint der Job des Sanierers in Gefahr. Der Gescholtene selbst will davon nichts wissen und denkt stattdessen laut über weitere Stellenstreichungen nach.

HB HAMBURG. Zurzeit liefen zwischen dem Bundesfinanzministerium und weiteren Anteilseignern Gespräche darüber, ob Ricke noch der richtige Mann an der Konzernspitze sei, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf Aktionärskreise. Ricke müsse damit rechnen, dass sein im Herbst 2007 auslaufender Vertrag nicht verlängert werde, hieß es. Denkbar sei auch, dass der Aufsichtsrat ihm im Herbst nur eine Verlängerung von nur zwei Jahren anbiete, um zu signalisieren, dass seine Arbeit nicht mehr geschätzt werde.

Die Investoren dächten in internen Gesprächen intensiv darüber nach, „lenkend einzugreifen“, um einen weiteren Kursverfall der Aktie zu verhindern, hieß es. Die Telekom hatte den Wettbewerb in Deutschland unterschätzt und in diesem Jahr eine Million Festnetzkunden an die Konkurrenz verloren. Nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal musste der Konzern die Jahresprognosen deutlich kappen, die ohnehin seit Monaten auf niedrigem Niveau notierende Aktie brach daraufhin ein.

Das Verhältnis der maßgeblichen Anteilseigner zu Ricke sei inzwischen „unter dem Gefrierpunkt“, schrieb die „Süddeutsche“ weiter. Ricke selbst sagte dazu der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Das Verhältnis zur Bundesregierung ist gut.“ Der Bund hält noch 32 Prozent am einstigen Staatsmonopolisten. Anfang der Woche will Ricke nach London und New York fahren, um bei Investoren für seinen Kurs zu werben. Der Telekom-Chef will den Kundenschwund in Deutschland mit Preissenkungen und Pauschaltarifen stoppen.

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