Nach Insolvenz schlechte Aussichten für Gläubiger
Pooth muss wohl auch mit Privatvermögen haften

Gläubigerversammlung in Düsseldorf: 461 Gläubiger haben sich gemeldet und fordern insgesamt 27 Millionen Euro von Franjo Pooths insolventem Unternehmen Maxfield. Für den Mann von Werbe-Ikone Verona Pooth sieht es nicht gut aus. Das gleiche gilt für die Gläubiger.

DÜSSELDORF. Über der Tür steht „L 111 Schwurgericht“. Daneben hängen drei Ölschinken, die biblische Szenen zeigen, vom Stil her passend zu dem Gerichtsgebäude mit seinen mächtigen ionischen Säulen, das bundesweit durch den Mannesmann-Prozess bekannt wurde. „Miserere mei Deus“, ist auf einem der Bilder zu entziffern.

Vielleicht erbarmt sich der Herr ja im Jenseits. Aber im Diesseits ist Franjo Pooth, der Götter-Gatte der schönen Verona, völlig pleite. Deswegen empfängt sein Insolvenzverwalter Michael Bremen die Gläubiger in Raum 111. unter der Geschäftsnummer 504 IN 12/08. „Hunderte“ hatte die „Bild-Zeitung“ angekündigt, es sind aber nur 15 gekommen, die für eineinhalb Stunden hinter verschlossener Tür tagen und dabei von doppelt so viel Journalisten belagert werden.

Endlich öffnet sich die Tür. Eine ältere Dame mit knallroter Brille und Sommerbluse in gedeckten Farben gibt bereitwillig Auskunft über ihre Gefühlslage: „Es hätte noch schlimmer sein können.“ Sie hat als Designerin für Pooths Firma, die Maxfield GmbH gearbeitet, und bekommt noch Geld von ihm. Nein, wie viel genau will sie nicht verraten, und ob sie die finanziellen Details alle verstanden hat, da ist sie sich auch nicht sicher. Sie ist nervös, genießt aber auch die Aufmerksamkeit. Immerhin, sie ist die einzige der Gläubiger, die überhaupt etwas erzählt, die anderen drängen sich ungeduldig durch den Pulk aus Journalisten und Kameras und suchen das Weite.

Dann kommt der Insolvenzverwalter. Mit eckiger, randloser Brille, schneeweißem Hemd und gestreifter Krawatte versprüht er den Charme eines aufgeräumten Aktenschranks. Routiniert lässt er Begriffe wie „Eröffnungsbilanz“ oder „marginale Quote“ fallen und wehrt lächelnd alle Details zum Privatleben der Pooths ab. „Herrn Pooth gehört nur noch ein Kugelschreiber? So was lese ich auch nur in der Presse.“ Ja, aber die Zusammenarbeit mit Herrn Pooth sei sehr gut, da könne er sich nicht beklagen.

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