Nach Übernahme von E-Plus
Telefónica Deutschland steigert den Gewinn

Telefónica Deutschland steigert zum Jahresauftakt den operativen Gewinn. Unter dem Strich stehen jedoch tiefrote Zahlen. Der Kauf des Rivalen E-Plus wird den Telekomkonzern noch länger belasten.
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FrankfurtDer Telekomkonzern Telefónica Deutschland hat dank geringerer Werbeausgaben und mehr Mobilfunkkunden zum Jahresauftakt den Gewinn gesteigert. Der Betriebsgewinn habe in den ersten drei Monaten 2015 um sechs Prozent auf 378 Millionen Euro zugenommen, teilte die unter der Marke „o2“ bekannte Telefónica Deutschland am Dienstag mit. Die Zahl der Handynutzer stieg um gut 50.000 auf 42,18 Millionen – damit telefonieren mit o2 mehr Bundesbürger als mit den Rivalen Deutsche Telekom oder Vodafone.

Unter dem Strich drückte der voriges Jahr besiegelte Kauf des Rivalen E-Plus den Konzern mit 176 Millionen Euro Fehlbetrag in die roten Zahlen. Das Minus resultiert unter anderem aus einer Wertminderung infolge des Zusammenschlusses. Zudem werden für die Netzzusammenschaltung überflüssige Sendestationen abgebaut – das ist teuer und langwierig. Die Belastungen zusammen summierten sich im ersten Quartal auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag.

Für dieses Jahr erwartet Konzernchef Thorsten Dirks einen Anstieg des Betriebsgewinns um mehr als zehn Prozent. 2014 lag die Kennzahl bei 679 Millionen Euro – das waren 45 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Wie geplant soll die Fusion mit E-Plus die Kosten in diesem Jahr um 250 Millionen Euro drücken. Telefónica Deutschland hatte E-Plus für 8,6 Milliarden Euro geschluckt.

Derzeit wirft eines der wichtigsten Ereignisse des Jahrzehnts in der Telekom-Branche seine Schatten voraus. Ab Ende Mai bieten die Netzbetreiber wieder für Mobilfunkfrequenzen, die für jeden der drei Anbieter überlebenswichtig sind. Bei der letzten Auktion vor fünf Jahren legten Telekom, Vodafone und die mittlerweile fusionierte E-Plus/Telefónica zusammen 4,4 Milliarden Euro auf den Tisch.

Allerdings hat sich die Branche seitdem deutlich gewandelt, da die Funknetze wegen des Booms von Smartphones und Tablet-Computern bald an ihre Grenzen stoßen. Und da künftig wohl so gut wie jedes technische Gerät - vom Kühlschrank bis zum Auto - ständig mit dem Internet verbunden sein wird, steigen die Anforderungen noch weiter. In die Karten blicken ließ Dirks sich nicht. „Wir fühlen uns für bevorstehende Frequenzauktion gut gerüstet“, sagte er lediglich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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