NBC Universal steigt aus
Verkauf von Pro Sieben Sat 1 stockt

NBC Universal ist nach Handelsblatt-Informationen nicht mehr an Übernahme von Pro Sieben Sat 1 interessiert. Die Medientochter des weltgrößten Konzerns General Electric (GE) will nicht Milliarden in einen einzelnen Fernsehmarkt investieren. Eigner Haim Saban gerät immer stärker unter Zeitdruck.

LOS ANGELES. Der geplante Verkauf der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 kommt nicht voran. Der US-Fernsehkonzern NBC Universal, der bisher als potenzieller Käufer galt, steht nicht mehr zur Verfügung. „Wir haben kein Interesse Pro Sieben Sat 1 zu kaufen“, sagte Frederick Huntsberry, Präsident von NBC Universal International, dem Handelsblatt. „Es gibt auch keine Gespräche.“ Hintergrund der Absage: Die Medientochter des weltgrößten Mischkonzerns General Electric (GE) will nicht Milliarden in einen einzelnen Fernsehmarkt investieren. Zudem schätzt Huntsberry den deutschen Werbemarkt skeptisch ein. Der US-Fernsehmanager arbeitete viele Jahre in Deutschland und spricht fließend Deutsch.

„Unser Modell ist es weiterhin, unsere Filmbibliothek zu nutzen und Inhalte über neue Plattformen wie Mobiltelefon oder Internet zu vermarkten“, sagte Huntsberry. NBC, zu dem das Hollywood-Studio Universal und ein weltweites Sendernetz gehören, betreibt in Deutschland den Spielfilmkanal „Das Vierte“ sowie zwei Pay-TV-Kanäle. Statt teurer Zukäufe versucht der Konzern seine Marktpräsenz vor allem über Kooperationen mit lokalen Partnern auszubauen. So hat NBC Universal kürzlich angekündigt, die erfolgreiche US-Serie „Law and Order“ mit Partnern in Moskau auf Russisch produzieren zu wollen. Außerdem wird eine französische Version 2007 auf dem Pariser Kanal TF 1 zu sehen sein.

Für Pro-Sieben-Mehrheitsgesellschafter Haim Saban und seine Partner, eine Reihe von Finanzinvestoren wie Hellman & Friedman, Bain und Providence, kommt die Absage von NBC ungelegen. Seit Monaten versucht der amerikanisch-israelische Medienmilliardär aus dem deutschen TV-Markt auszusteigen. Nach Angaben von Brancheninsidern laufen die Gespräche mit den Finanzinvestoren Permira und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) weiter. „Doch die Preisvorstellungen zwischen Verkäufer und Käufer liegen noch weit auseinander“, heißt es aus dem Umfeld der Finanzinvestoren. Springer wollte 2,5 Mrd. Euro für den Kauf von Pro Sieben Sat 1 zahlen, wurde aber vom Kartellamt zurückgepfiffen.

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