Neudefinierung
WAZ fordert Multimedia-Reichweite

Bodo Hombach, Chef der WAZ, plädiert dafür, die Reichweiten von Print, Online und Mobil zusammenzulegen. Damit schließt er sich dem Axel Springer Verlag an, der den gleichen Vorschlag machte. Für die Verlage wäre eine solche Neudefinition von großer Bedeutung.
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DÜSSELDORF. Die WAZ-Gruppe fordert, die Reichweite einer Zeitung neu zu definieren. Der Essener Konzern unterstützt einen Vorschlag des Konkurrenten Axel Springer, nach dem die Reichweiten der gedruckten Zeitungen, der Internetseiten und der Angebote für Mobiltelefone zusammengezählt werden sollen.

"Dies entspricht der Sichtweise unsere Leserinnen und Leser und nimmt die zukünftige Entwicklung vorweg, bei der es egal ist, ob eine Nachricht über Papier, Bildschirm oder neue mobile Lesegeräte verbreitet wird", sagte WAZ-Chef Bodo Hombach dem Handelsblatt.

Die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage können offenbar auf die Unterstützung der Werbewirtschaft setzen. "Dies wird auch die Sicht der Werbekunden sein, die zunehmend crossmediale Werbung und Kampagnen fordern und veranstalten", ist sich Hombach sicher.

Springer-Chef Mathias Döpfner hatte kürzlich in einem Handelsblatt-Interview die Einführung einer multimedialen Reichweite gefordert. "Uns interessiert nicht mehr die einzelne Zeitungsauflage oder die Reichweite einer Web-Site. Uns interessiert die multimediale Reichweite einer Marke und ihrer Inhalte auf allen Plattformen", sagte Döpfner. Auch Dieter von Holtzbrinck, Verleger des Handelsblatts, fordert eine multimediale Reichweite. "Die Verlage dürfen das Internet nicht als Gefahr sehen, sondern müssen es als Chance begreifen", sagte der Verleger zuletzt in Frankfurt.

In den USA werden Leser der gedruckten und Leser der Onlinezeitung bei der Reichweitenerfassung bereits zusammengezählt. In Deutschland wird dagegen bei den Leserzahlen immer noch zwischen Print und Internet getrennt.

Eine Neudefinition der Reichweite ist für die Verlage von großer Bedeutung. Die Werbebranche prognostiziert, dass 2014 jeder dritte Werbe-Euro in das Internet fließen wird. Davon profitiert zurzeit vor allem der Internetgigant Google. Nach Schätzungen von Mediaagenturen wird Google allein in diesem Jahr rund zwei Mrd. Euro an Online-Werbung in Deutschland einnehmen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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