Neue Konzernstruktur
Osram leuchtet weiter für Siemens

Siemens-Chef Peter Löscher ist Spekulationen über eine Trennung von der Lichttechniktochter Osram entgegen getreten. Während er dem Münchener Konzern samt problematischer Sparte die Treue hält, macht er seinem Unmut über die Entwicklung zweier Gemeinschaftsunternehmen Luft. Zugleich gab Löscher bekannt, wie er Siemens umstrukturieren will.

HB MÜNCHEN. Nach Löschers Plänen werde das größte deutsche Technologieunternehmen künftig in drei große Bereiche Infrastruktur und Industrie, Energie und Medizintechnik gegliedert sein, sagte er am Donnerstagabend vor Journalisten in München. Die Chefs dieser Sparten sollen dem Konzernvorstand angehören. Das oberste Siemens-Management habe sich bereits darauf geeinigt, die jetzige Struktur des Vorstands aufzugeben. Der Aufsichtsrat solle den neuen Aufbau Ende November absegnen. Bislang haben die Zentralvorstände keine direkte operative Verantwortung.

Auch die Zusammensetzung des Konzerns will Löscher nach dem Verkauf der Autozuliefersparte VDO weiter verändern. „Wir arbeiten die Portfoliopolitik sukzessive und systematisch abarbeiten“, sagte Löscher. Allerdings trat er Erwartungen entgegen, es werde unter seiner Leitung zu einer Verkaufswelle kommen. „Siemens war, ist und bleibt ein integrierter Technologiekonzern.“ So stehe ein Verkauf der im Konzern weitgehend eigenständigen Lichttechniktochter Osram nicht zur Debatte. „Es gibt keine Überlegungen zu Osram.“ Der Konzern werde die Tochter zur Gänze behalten. Auch die zuletzt mit Rendite- und Qualitätsproblemen kämpfende Zugsparte TS werde einem umgebautem Konzern weiterhin angehören.

Kritisch äußerte er sich hingegen über die gemeinsam mit Nokia betriebenen Netzwerkfirma Nokia Siemens Networks. Die Geschäftsentwicklung bleibe bislang weit hinter den Erwartungen zurück. „Wir sind mit NSN absolut nicht zufrieden“, sagte Löscher, der am kommenden Montag 100 Tage amtiert. Auch der Abwärtstrend des Computer-Joint-Ventures mit der japanischen Fujitsu bereite ihm Sorgen: „Wir sind mit Fujitsu Siemens nicht zufrieden.“ Zu möglichen Ausstiegsplänen aus den beiden Gemeinschaftsfirmen wollte sich Löscher nicht äußern.

Er kündigte an, dass der Konzern seine zentralen Strukturen stärken werde. Die bislang mächtigen Regionalgesellschaften müssten künftig zurückstecken. „Wir werden die bestehenden Vorfahrtsregeln stärker betonen.“ Er werde zudem in seiner Arbeit künftig die asiatischen Märkte stärker in den Mittelpunkt rücken. „Wir sind in Asien gut aufgestellt. Es gibt dort riesige Potenziale, weiterhin zu wachsen.“ Zugleich soll aber das Geschäft in Amerika nicht vernachlässigt werden. „Der US-Markt ist weiterhin enorm wichtig.“

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