Neuer Standort
Blackberry-Forschung bald in Bochum

RIM statt Nokia? Der Kanadische Blackberry-Konzern sucht bereits Mitarbeiter für einen neuen Standort in der Ruhrgebietsstadt. Die vielen Unis und der Expertenpool nach dem Nokia-Abzug mache eine Ansiedlung attraktiv. Produziert werden soll in Deutschland allerdings nicht.

OTTAWA. Die Entscheidung, ob der kanadische Blackberry-Hersteller RIM - Research In Motion - in Bochum investiert, könnte nach Aussage eines Unternehmenssprechers "sehr schnell fallen". Die Kanadier wollen offenbar in Bochum ein Forschungs- und Entwicklungszentrum aufbauen. RIM könnte dabei aus dem Spezialisten-Pool schöpfen, der nach Nokias Abzug dort zur Verfügung steht.

Eine Produktionsstätte in Deutschland ist nicht geplant. RIM sei als innovatives und in der Wireless-Technologie führendes Unternehmen daran interessiert, weltweit seine Forschung und Entwicklung zu stärken. Die Zahl der Arbeitsplätze, die in Bochum geschaffen werden könnte, wollte der Sprecher nicht nennen.

Dass RIM an Bochum stark interessiert ist, zeichnete sich in den vergangenen Wochen ab. So veranstaltete RIM in Bochum und Frankfurt in der ersten Märzwoche während der Cebit Jobbörsen. "Bochum ist eine interessante Option", sagte RIM zu seinen Rekrutierungsbemühungen. Zudem weisen Anzeigen auf der RIM-Website auf Stellen als Facilities Manager und Facilities Coordinator ausdrücklich für den Standort Bochum aus. Sie sollen für die Verwaltung des Gebäudes einschließlich Sicherheit und Bewirtschaftung zuständig sein. Die Marketing-Abteilung von RIM sitzt in Eschborn bei Frankfurt.

Die Entscheidung für Bochum mit der Ruhr-Universität seinem Horst- Görtz-Institut für IT-Sicherheit sowie der Nähe zur Technischen Universität Aachen würde zur Unternehmenskultur von RIM passen, das sich gerne in der Nähe von Wissenschaftsstandorten niederlässt. So liegt Waterloo - der Hauptsitz von RIM westlich von Toronto - im so genannten Technology Triangle der kanadischen Provinz Ontario. Dies ist wegen seiner hohen Zahl von Universitäten und Colleges mit Schwerpunkten in der Informations- und Biotechnologie seit Jahren ein Magnet für Unternehmensansiedlungen. Neben Waterloo gehören Kitchener und Cambridge sowie mehrere kleinere Kommunen zum Technologie-Dreieck. RIM beschäftigt weltweit rund 7 000 Menschen. Davon ist immerhin ein Drittel in Forschung und Entwicklung tätig und dies ist eine ungewöhnlich hohe Zahl. RIM wurde 1984 von Higtech-Studenten gegründet und ging 1997 an die Börse in Toronto. 1998 brachte es den ersten Blackberry - die Brombeere - als Handcomputer zur drahtlosen Übermittlung von Mails auf den Markt. Weltweit hat RIM über 14 Millionen Abonnenten für sein System.

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