Neues Modell „One A9“
Letzter Hoffnungsschimmer für HTC

Der Smartphone-Pionier HTC ist angeschlagen – doch aufgeben mag er nicht. Die Taiwaner starten mit dem neuen Modell „One A9“ nun einen weiteren Versuch. Genügt der solide Eindruck des Geräts?
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MünchenEs ist keine Schande, im Handy-Geschäft zu scheitern. Im Gegenteil, das Mitgefühl von einstigen Branchengrößen wie Blackberry, Nokia oder Motorola dürfte HTC sicher sein. Schließlich sind ganze Legionen renommierter Marken im Mobilfunk in der Versenkung verschwunden. Allein: Warme Worte helfen dem einstigen Überflieger der Mobilfunkwelt nichts. Anders als viele ehemals mächtige Konkurrenten haben die Taiwaner die Hoffnung noch nicht aufgegeben, auf dem Smartphone-Markt vorne mitzumischen.

An diesem Dienstag hat der Konzern nun seinen großen Hoffnungsträger fürs Weihnachtsgeschäft präsentiert, das neue „One A9“ Smartphone. „Ein Gerät, das man gerne herzeigt und in die Hände nimmt“, betont HTC-Manager Fabian Nappenbach. Gut 500 Euro soll das Handy kosten, wenn es Anfang November in die Läden kommt. 

Dass sich die Kunden auf den Apparat stürzen, ist allerdings kaum zu erwarten. Nappenbach unterstreicht zwar, dass das Handy bei allen Mobilfunkanbietern hierzulande zu haben sein wird. Doch die Ausgangslage für HTC ist alles andere als rosig. Die Firma ist längst aus den Top-Ten auf dem Handymarkt geflogen, der Marktanteil weltweit liegt bei unter zwei Prozent. Selbst in Deutschland weitgehend unbekannte Hersteller wie Micromax oder TCL verkaufen inzwischen rund um den Globus mehr Geräte als HTC. Das war nicht immer so.

Vor ein paar Jahren war HTC noch ein schillernder Name. Lange als Luxuslabel positioniert, verlor das taiwanesische Unternehmen aber Zug um Zug den mittleren und Billigmarkt für Smartphones an die chinesische, koreanische und inzwischen sogar indische Konkurrenz. Ganz oben setzten sich gleichzeitig immer weiter Apple und Samsung ab.

Das Problem von HTC: Die eigenen Telefone sind nicht attraktiv genug. Die Hürden, um in den Markt einzusteigen, seien demgegenüber sehr gering, meinen die Branchenexperten von Gartner. Das sorgt für einen gnadenlosen Konkurrenzkampf. Doch es kamen bei HTC hausgemachte Schnitzer dazu: Den Tablet-Markt gab HTC vor drei Jahren auf. Ein strategischer Fehler, keine Frage.

Mit Windows-Smartphones gelang nur ein kurzer Achtungserfolg. Die geringe Akzeptanz des Microsoft-Betriebssystems machte die Geräte zu Ladenhütern. HTC hatte sogar den richtigen Riecher und kaufte den Online-Musik-und Kopfhörerspezialisten Beats. Doch die Zusammenarbeit scheiterte, heute gehört Beats Apple.

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Gehäuse sieht dem iPhone ähnlich

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