Neues Musikabo
Google droht Adele und Co. mit Youtube-Sperre

Im Kampf um Musikhörer kämpft Google mit harten Bandagen. Wer die neuen Bedingungen nicht akzeptieren will, soll ganz von Googles Videoplattform Youtube verschwinden. Indie-Labels wollen sich das nicht gefallen lassen.
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New YorkGoogles Videotochter Youtube hat am Dienstag sowohl Gerüchte bestätigt, einen kostenpflichtigen Musikdienst starten zu wollen, wie auch Berichte, dass der Tech-Gigant dabei nicht zimperlich vorgeht. Labels, die nicht mitmachen wollen, würden „innerhalb von Tagen“ von der Plattform verschwinden, sagte Inhalte-Chef Robert Kyncl der „Financial Times“. Dabei geht es dem Bericht zufolge auch um Verleger, bei denen Weltstars wie Adele, Radiohead oder Arctic Monkeys unter Vertrag sind.

Im Streit geht es um die Zahlungen, die Youtube den Musikverlegern für die Nutzung der Musik anbietet. Diese sind den Indie-Labels nicht hoch genug, wie die Industrieorganisation WIN bereits Anfang des Monats klar machte. Die globale Vereinigung von unabhängigen Verlegern hat eigenen Angaben nach bei der EU Beschwerde gegen Sperrungen eingereicht.

Youtube erklärte am Dienstag, dass 95 Prozent der Musikverlage sich mit den neuen Regeln und den Lizenzzahlungen zufrieden geben. Dazu gehören auch die größten: Sony, Universal und Warner Music.

Beim Streit geht es um die Zahlungen, die Verleger erhalten, wenn Nutzer des Services eines ihrer Lieder abspielen. Einen ähnlichen Streit liefert sich Youtube in Deutschland seit fünf Jahren mit der Verwertungsgesellschaft Gema. Weil man sich nicht auf Gebühren einigen kann, sind viele Videos in Deutschland auf Youtube gesperrt.

Youtube Music Pass

Der Service, gerüchteweise Youtube Music Pass genannte, geht derweil wohl diesen Herbst an den Start. Der Dienst gibt Nutzern laut Medienberichten Zugriff auf Millionen von Liedern – ohne Werbung und auch, wenn keine Internetverbindung besteht.

Damit stellt sich Youtube in Konkurrenz mit Musikdiensten wie Spotify oder Deezer, aber auch mit den Tech-Giganten Apple und Amazon. Apple hat kürzlich Beats Electronics gekauft, mitsamt des Streaming-Dienstes Beats Music. Amazon gibt Kunden des sogenannten Prime-Abonnements der Firma kostenlosen Zugriff auf etwa eine Million Lieder.

Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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