Nokia
Verluste fallen geringer aus als erwartet

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia muss weiter mit sinkenden Gewinnen kämpfen. Zwar wurden die Befürchtungen der Analysten nicht erfüllt, allerdings erwartet Nokia im Jahresverlauf weiter einen schwächeren Markt.
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EspooDer finnische Netzwerkausrüster Nokia sieht nach Jahren der Flaute wieder Licht am Ende des Tunnels. Es seien Anzeichen für eine Erholung des Marktes zu erkennen, besonders in Nordamerika und Indien, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Der Umsatzrückgang sei im ersten Vierteljahr geringer ausgefallen als zuletzt, zudem seien „gesunde Aufträge“ in einem üblicherweise schwachen Quartal eingegangen, sagte Nokia-Chef Rajeev Suri. Auch in anderen asiatischen Regionen seien die Signale ermutigend. „Insgesamt wird der Markt in diesem Jahr aber schwach bleiben.“ An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Aktie legte um 5,6 Prozent zu.

Bei den Finnen läuft es damit besser als beim Rivalen Ericsson. In den ersten drei Monaten verdiente Nokia vor Zinsen und Steuern mit 341 Millionen Euro ein Prozent weniger als vor Jahresfrist. Fachleute hatten sich auf einen stärkeren Rückgang eingestellt. Der Umsatz im Netzwerkgeschäft sank um sechs Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Noch zum Jahresende 2016 lag das Minus hier bei 14 Prozent.

Der Branche, zu der auch Huawei als wichtiger Rivale gehört, macht zu schaffen, dass in den Industrieländern viele Mobilfunkprojekte abgeschlossen sind und der Übergang zur nächsten Generation 5G wohl frühestens 2020 ansteht. Allerdings war Nokia deutlich früher als Ericsson auf Sparkurs umgeschwenkt, bis 2018 sollen 1,2 Milliarden Euro eingespart werden. Zudem rüsteten sich die Finnen mit dem Kauf von Alcatel-Lucent für die Zukunft.

Ericsson dagegen steht die Rosskur noch bevor. Die Schweden rutschten zum Jahresauftakt tief in die roten Zahlen und verzeichneten wegen Abschreibungen und Restrukturierungskosten ein Minus von umgerechnet fast 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz im Netzwerkgeschäft ging um 13 Prozent zurück. Firmenchef Borje Ekholm kündigte einen schärferen Sparkurs an. Kritiker bezweifeln jedoch, ob der Ericsson-Veteran der richtige Mann für den Firmenumbau ist, und führen den Erfolg bei Nokia auch auf das dortige internationaler aufgestellte Führungsgremium zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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