O2 und E-Plus
Fragezeichen rund um die Mobilfunk-Übernahme

E-Plus-Großaktionär KPN treibt den Verkauf der deutschen Tochter voran. Doch ob Teléfonica Deutschland („O2“) wirklich den Zuschlag erhält, hängt vom Kartellamt ab – und einem mexikanischen Milliardär.
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Frankfurt/DüsseldorfIm Juli kündigte Teléfonica Deutschland („O2“) an, den Rivalen E-Plus übernehmen zu wollen. Doch seitdem macht sich Unsicherheit breit. Denn beim E-Plus-Großaktionär KPN baut der mexikanische Milliardär Carlos Slim seine Position aus, dabei hat der sich bislang nicht positiv zu der Übernahmeidee auf dem deutschen Mobilfunkmarkt geäußert.

Offiziell ist auch noch keine Anmeldung der Fusion bei den Kartellbehörden eingegangen. „Sollte Telefónica Deutschland den Zusammenschluss mit E-Plus anmelden, gehört der Fall aus unserer Sicht eindeutig nach Bonn“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwoch). Die Bonner Behörde will die Fusion nicht den Brüsseler Kollegen überlassen, da sich die Fusion praktisch nur auf den deutschen Markt auswirken würde.

Die KPN-Aktionäre sollen am 2. Oktober über den Zukauf im Wert von 8,1 Milliarden Euro entscheiden, teilte KPN am Mittwoch mit. Derweil feilt Slim weiter an der Komplett-Übernahme von KPN. Sein mexikanischer Telekomanbieter America Movil habe die Finanzierung für den geplanten Kauf von KPN unter Dach und Fach. Die Übernahme werde im September weiter voranschreiten, so America Movil. Slims Firma hält derzeit einen Anteil von fast 30 Prozent an KPN und hatte vor knapp zwei Wochen angekündigt, die E-Plus-Mutter für gut sieben Milliarden Euro ganz kaufen zu wollen.

Slim könnte durch Vorstoß das zuvor von KPN beschlossene Zusammengehen von E-Plus mit der Tochter O2 also noch durchkreuzen. Denn KPN hatte dafür keine Rückendeckung Slims. America Movil steht in vielen Märkten Lateinamerikas in einem hartem Wettbewerb mit der spanischen Teléfonica, einem Großaktionär von Teléfonica Deutschland. Slim hält die gebotenen gut acht Milliarden Euro für E-Plus für zu niedrig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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