Online-Netzwerk
Myspace bekommt Ex-Facebook-Manager

Das Online-Netzwerk Myspace wird künftig von einem Ex-Manager des schärfsten Konkurrenten Facebook geführt. Der Mutterkonzern News Corp. berief den 39-jährigen Owen Van Natta am Freitag zum Nachfolger des Myspace-Mitbegründers Chris DeWolfe. Bei Myspace steht Van Natta allerdings vor demselben Problem wie bei Facebook.

dpa/HB NEW YORK. Myspace hat nach eigenen Angaben 220 Millionen Nutzer und wäre damit das größte soziale Online-Netzwerk weltweit. Allerdings wächst der Rivale Facebook derzeit deutlich schneller. Van Natta war bis August 2007 Chief Operating Officer bei Facebook und galt quasi als Nummer zwei nach Gründer Mark Zuckerberg. Dann allerdings musste er einige Verantwortungsbereiche abgeben. Trotzdem handelte Van Natta unter anderem die Investition von 240 Mio. Dollar durch Microsoft mit aus – ein Deal, mit dem Facebook theoretisch 15 Mrd. Dollar wert wurde. Allerdings kam diese Bewertung im Oktober 2007 zustande – also vor dem weltweiten Einsturz der Börsenkurse.

Bei Myspace steht Van Natta nun vor demselben Problem wie bei Facebook: die ungeheure Zahl von Nutzern in Umsatz umzumünzen. Myspace galt einst als Geniestreich von Rupert Murdoch. Der australische Unternehmer hatte das Netzwerk im Juli 2005 für 580 Mio. Dollar gekauft und im August 2006 einen Vertrag mit Google abgeschlossen. Google zahlte 900 Mio. Dollar, um für vier Jahre auf Myspace Werberechte verkaufen zu dürfen.

Dieser Betrag gilt inzwischen als völlig überhöht. Analysten erwarten, dass Google ein weit niedrigeres Angebot machen wird, wenn der Vertrag im Juni 2010 ausläuft. Und obwohl die Google-Gelder derzeit noch fließen, schrieb der Geschäftsbereich von Myspace im Murdoch-Imperium News Corp zuletzt rote Zahlen.

Ob Van Natta der Richtige ist, um Myspace in die Profitabilität zu führen, ist umstritten. Der neue Chef gilt als ehrgeizig und verkraftete seine Degradierung 2007 bei Facebook nur schlecht. Im November 2008 verließ er Facebook, um den Musiksuchdienstes Playlist zu führen. Mit Playlist können Nutzer von sozialen Netzwerken Musik auf ihren Seiten einbetten. Kritiker werfen Van Natta vor, er habe die juristischen Probleme von Playlist heruntergespielt. Ein Großteil der über Playlist verwendeten Musik ist raubkopiert. Aus Angst vor Klagen der Musikindustrie verbannten sowohl Myspace als auch Facebook Playlist von ihren Seiten. Die Nutzerzahlen von Playlist sanken seit dem Amtsantritt von Van Natta um mehr als 60 Prozent.

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