Open Source-Software
Linux-Spezialist Red Hat kauft zu

Der Linux und Open- Source-Software-Spezialist Red Hat übernimmt den ebenfalls auf freie Software spezialisierten Softwareanbieter JBoss. Der Kaufpreis liegt zwischen 350 Mill. und 420 Mill. Dollar, wobei 40 Prozent der Kaufsumme in bar und 60 Prozent mit Aktien bezahlt werden.

tnt FRANKFURT. Das börsennotierte US-Unternehmen Red Hat ist der größte Distributor des freien Computerbetriebssystem Linux, das in Unternehmen vor allen Dingen in Rechenzentren und auf Netzrechnern zum Einsatz kommt. Das in Atlanta ansässige Softwareunternehmen JBoss ist ein Hersteller so genannter Middleware, die in Netzen Betriebssystem und Anwendungsprogramme miteinander verbindet. JBoss befindet sich im Besitz der Mitarbeiter sowie mehrerer Risikokapitalgeber, zu denen der Chipriese Intel sowie die Investmentfirmen Matrix Partners und Bain Capital gehören.

Immer mehr Unternehmen setzen freie Computerprogramme ein, so genannte Open Source Software. So konnte Red hat im Geschäftsjahr 2005 den Umsatz um 43 Prozent auf 278 Mill. Dollar steigern. Open Source Software wird so zu einer ernsthaften Konkurrenz für Programme etablierter Anbieter wie Microsoft. Denn neben PC-Software ist auch die an Windows gekoppelte Serversoftware in Computernetzen eine wichtige Einnahmequelle für Microsoft.

Hersteller proprietärer Software verdienen vor allem an den Lizenzen für die Nutzung ihrer Programme. Im Gegensatz dazu ist die Nutzung der Open Source Software kostenlos. Außerdem dürfen Nutzer den Programmcode weitgehend kopieren und verändern. Das Geschäftsmodell von Softwarefirmen wie Red Hat beruht deshalb hauptsächlich auf Services, die sie rund um den Betrieb der Software anbieten.

Mit der Übernahme entsteht im Open-Source-Umfeld ein Branchenführer, der noch vor dem Wettbewerber Novell rangiert. Novell hatte vor zwei Jahren das Nürnberger Unternehmen Suse Linux übernommen und hatte angeblich ebenfalls Interesse an einer JBoss-Übernahme.

Experten hatten die Konsolidierung im Open Source Lager bereits erwartet. Als fraglich galt lediglich, ob nicht große Softwarekonzerne nach Open Source Firmen wie JBoss greifen würden. So hatte Oracle zu einem früheren Zeitpunkt versucht JBoss zu übernehmen. Mit der Übernahme von JBoss durch Red Hat zeichnet sich nun jedoch eine Konsolidierung innerhalb der Open-Source-Szene ab. „Beide Unternehmen haben dasselbe Geschäftsmodell und dieselbe Kultur“, sagte Matthew Szulik, CEO von Red Hat. Analysten von Goldman Sachs bezeichneten die Übernahme als „strategisch sinnvollen Schritt“.

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