PC-Bauer beklagt Unsicherheit der Kunden vor der Bundestagswahl
Neuwahlen belasten die PC-Hersteller

Europas größter Computerbauer Fujitsu Siemens leidet unter einem schwachen Geschäft auf dem Heimatmarkt Deutschland. „Die Kunden tun momentan nur, was sie unbedingt tun müssen. Diese Zurückhaltung wird bis zur Wahl im September anhalten“, sagte Bernd Bischoff, Chef von Fujitsu Siemens Computers (FSC) im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der stockende Verkauf hier zu Lande trifft FSC hart, denn das Münchener Unternehmen erwirtschaftet knapp die Hälfte seines Umsatzes in Deutschland.

HB MÜNCHEN. „Im Moment entscheiden sich wenige Kunden für eine große Investition, wenn sie sie noch nicht fest geplant haben“, sagte Bischoff und führt dies auf die Unsicherheit über den künftigen politischen Kurs zurück. Im Sommer erwartet der Manager deshalb bei seinen Großkunden eine Durststrecke für das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Fujitsu-Konzerns und der Münchener Siemens AG. Erst im Herbst könnte der Knoten in Deutschland platzen, und die IT-Ausgaben könnten wieder anziehen. Bischoff: „Hoffentlich kommt im September dann der große Knall und die Firmen investieren wieder.“

Das wechselhafte politische Klima ist allerdings nicht die einzige Herausforderung. Schon lange bevor sich Bundeskanzler Gerhard Schröder für Neuwahlen entschied, hatten die Computerhersteller auf dem deutschen Markt mit einem kräftigen Preisverfall zu kämpfen. Im ersten Quartal stieg der PC-Absatz im Vergleich zum Vorjahr zwar um sieben Prozent auf 2,26 Millionen Stück. Gleichzeitig fiel der Umsatz nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner aber um fünf Prozent. Der Durchschnittspreis für Notebooks stürzte um 17 Prozent.

Dazu kommt, dass mit Lenovo derzeit ein neuer, aggressiver Wettbewerber an den Start geht. Die Chinesen haben im Frühjahr weltweit das PC-Geschäft von IBM übernommen. Nun erwägen die Asiaten, in Deutschland auch in das für FSC wichtige Privatkundengeschäft einzusteigen. „Bislang waren wir gefangen im IBM-Korsett und haben uns hauptsächlich an große Geschäftskunden gerichtet. Jetzt werden wir unsere Kundenbasis deutlich ausbauen“, sagte Marc Fischer, Deutschland-Chef von Lenovo. FSC-Chef Bischoff hält dagegen: „Wir haben nun die Chance, von größeren Unternehmen Aufträge zu bekommen, die bislang bei IBM eingekauft haben.“

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