Phishing-Attacke auf Google
China will es nicht gewesen sein

Unbekannte haben versucht, mit Phishing-Attacken hunderten Nutzern von Google Mail die Passwörter zu entlocken. Der Internetkonzern verdächtigt chinesische Spione - doch Peking weist die Anschuldigungen empört zurück.
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Düsseldorf/San FranciscoEinen Tag nach dem Angriff auf mehrere hundert E-Mail-Konten von Nutzern des Google-Programms Gmail hat China den Vorwurf einer Beteiligung an dem Vorfall zurückgewiesen. Man unterstütze kein Hacking und sei Teil der weltweiten Bemühungen, das Problem zu bekämpfen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag.

Google hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass mehrere hundert E-Mail-Konten von dem Phishing-Angriff betroffen seien, der aus China herrühre. Bei so genannten Phishing-Mails oder entsprechender Software versuchen Kriminelle, die Nutzer dazu zu bringen, unbeabsichtigt selbst Nutzernamen und Passwort preiszugeben.

Die Datendiebe haben laut Google auch Mitarbeiter der Washingtoner Regierung sowie chinesische Menschenrechtler ins Visier genommen. Die Attacke habe aber abgewehrt werden können. Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber zeigte zugleich mit dem Finger auf die Volksrepublik: Der Angriff scheine aus Jinan gestartet worden zu sein, wo die Volksarmee ein Zentrum für Cyber-Spionage betreibt.

Damit geht der Internet-Konflikt zwischen Google und China in eine neue Runde. Bereits im vergangenen Jahr hatte Google einen Hacker-Angriff aus China gemeldet. Auch hierbei brachten US-Ermittler Jinan mit der Attacke in Verbindung. Auch im Streit um Zensur durch die Pekinger Behörden hatte sich das Unternehmen teilweise aus dem riesigen Internet-Markt China zurückgezogen.

Google teilte in seinem offiziellen Blog mit , es habe unlängst den Angriff bemerkt und gestoppt. Die Angreifer hätten versucht, GMail-Nutzern durch Tricks Passwörter zu entlocken. Ziel sei gewesen, E-Mails anschließend unbemerkt an andere Adressen weiterzuleiten und sie so mitlesen zu können. Die Opfer seien informiert und ihre Konten gesichert worden.

Die USA gehen unterdessen nicht davon aus, dass sich die Täter Zugang zu offiziellen E-Mail-Postfächer der Regierung verschaffen konnten. Es gebe keinen Grund für diese Annahme, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Washington. Die Regierung bemühe sich derzeit, alle Fakten zusammenzubekommen.

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Spionage bei Regimekritikern

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