Privatkunden lassen Dell-Rechner links liegen
IT-Branche schwächelt

Der Computerbauer Dell hat Aktionäre, Analysten und Mitarbeiter geschockt: Wie der PC-Hersteller gestern mitteilte, laufe das Geschäft deutlich schlechter als Ende August erwartet. In den vergangenen drei Wochen brach der Aktienkurs um mehr als 30 Prozent ein - indes droht der gesamten IT-Branche eine Schwächeperiode.

jojo/HB MÜNCHEN/NEW YORK. Der US-Computerhersteller erwartet demnach zusätzliche Kosten für Anpassung des Geschäfts. Für das Gesamtjahr rechnet Dell jedoch weiter mit Wachstum über dem Marktniveau. Der zweitgrößte PC-Hersteller der Welt begründete die pessimistische Einschätzung für das laufende Quartal mit der allgemeinen Kaufzurückhaltung der Privatkunden. Bereits bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen hatte die Firma mitgeteilt, dass die Zahlen in Amerika, Westeuropa und einigen asiatischen Ländern nicht so gut ausfallen würden wie ursprünglich erwartet.

Der Aktienkurs von Dell brach deshalb am Dienstag in einem schwachen Umfeld um mehr als neun Prozent auf rund 16,50 Dollar ein. In den vergangenen drei Wochen hat das Papier damit mehr als 30 Prozent an Wert verloren.

Firmengründer und Vorstandschef Michael Dell hat bereits angekündigt, dass er die Kosten jährlich um drei Mrd. Dollar senken will. Deshalb müssen fast 9 000 Mitarbeiter gehen. Zudem hat der Milliardär durchblicken lassen, dass er möglicherweise Werke verkaufen wird.

Dell kündigte an, seine Marktposition durch Umstrukturierungen zu verbessern. Vorgesehen seien unter anderem weitere Stellenstreichungen, Neuerwerbungen und Investitionen in die Infrastruktur. Im Gesamtjahr 2008 erwartet Dell stärker zu wachsen als der Branchendurchschnitt.

Mit einem Marktanteil von knapp 16 Prozent ist Dell hinter Hewlett-Packard (HP) die Nummer zwei im Geschäft mit PCs und Notebooks. Allerdings verdient der Konkurrent aus Kalifornien mehr mit seinen Rechnern als Dell. Während der Gewinn von Dell im letzten Quartal um 17 Prozent auf 616 Mill. Dollar einbrach, konnte HP die Erwartungen der Analysten übertreffen. Im Markt der lukrativen Großrechner, der so genannten Server, rangiert der US-Konzern hinter IBM und HP mit weitem Abstand auf Rang drei.

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