"Privatsender haben austauschbares Angebot"
Öffentlich-rechtliche Radiosender gewinnen Hörer

Die Deutschen bleiben dem öffentlich-rechtlichen Radio treu. Im vergangenen Jahr haben die ARD-Sender sowie Deutschlandradio und Deutschlandfunk gegenüber den privaten Rundfunkstationen sogar einige Hörer dazugewonnen.

HB/sfu DÜSSELDORF. Nach der am Dienstag veröffentlichten „Media-Analyse (MA) II 2005“ hören im Schnitt 35,45 Mill. Bundesbürger wochentags einen öffentlich-rechtlichen Kanal, 29,47 Mill. Menschen schalten einen Privatsender ein.

Damit konnten die staatlichen Sender gegenüber dem Vorjahr knapp zwei Prozent mehr Hörer für sich gewinnen. Die Nutzung von Privatsendern dagegen stagnierte. Insgesamt hören die Deutschen täglich 206 Minuten, also mehr als drei Stunden Radio. Die Daten der sommerlichen Media-Analyse sind von großer Bedeutung für die Berechnung der Werbepreise des kommenden Jahres.

Für Beunruhigung der Privatsender sorgen die Zahlen allerdings nicht: „Im Großen und Ganzen ist die Lage stabil“, heißt es beim größten deutschen Privatradiovermarkter Radio Marketing Service (RMS). Und Wolfgang Schuldlos von der Media-Agentur Zenith More Media sagt: „Bei den Radio-Hörgewohnheiten hat es schon in den vergangenen Jahren immer wieder starke Schwankungen gegeben.“ Die Bevölkerung werde mobiler, zappe auch bei Radiosendern beliebig hin und her. Es könne gut sein, dass sich im kommenden Jahr schon wieder ein anderes Bild ergebe.

Tatsache ist jedoch auch, dass deutsche Privatradiosender von Radiofans schon lange für ihren einheitlichen „Dudelfunk“ kritisiert werden. Meist werden nur einige hundert Standard-Hits regelmäßig gespielt. Die wichtigen Morgensendungen leben meist von einer einheitlichen Mischung aus Ratespielen, Witzen und Nachrichten.

Grund ist die starre Struktur des deutschen Radiomarktes. In den meisten Regionen konkurrieren nur wenige Sender miteinander. Dadurch gleichen sich die Radioprogramme zwangsweise aneinander an, heißt es im Weißbuch Hörfunk des Landesanstalt für Medien NRW: Die Werbekunden wollten in ihrer wichtigste Zielgruppe, den 19- bis 49-Jährigen, möglichst viele Hörer erreichen. Entsprechend gestalten die Sender ihr Angebot. Dabei wird dann das Programm des Marktführers vom Zweit- oder Drittplatzierten kopiert.

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