Prognose korrigiert
Schuldenkrise bremst Vodafone aus

Der Mobilfunk-Konzern Vodafone wird nach eigener Einschätzung im laufenden Jahr kein großes Umsatzwachstum schaffen. In Deutschland sank der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr. Das lag allerdings an Sonderausgaben.
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LondonDie Schuldenkrise in Europa macht dem weltgrößten Mobilfunk-Konzern Vodafone zu schaffen. Das britische Unternehmen beurteilt seine Wachstumsaussichten mittlerweile pessimistischer. Das Management teilte am Dienstag mit, der Umsatzanstieg im Service-Geschäft aus eigener Kraft werde 2013 voraussichtlich etwas unter der bisherigen mittelfristigen Zielspanne von plus ein bis vier Prozent liegen.

Vodafone bekommt neben dem Sparkurs der europäischen Regierungen auch ein strengeres Vorgehen der Wettbewerbshüter sowie ungünstige Wechselkurseffekte zu spüren. Die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr lagen im Rahmen der Erwartungen. Robuste Geschäfte in Deutschland, der Türkei und in Schwellenländern machten Dämpfer in Spanien und Italien wett.
Allerdings belasten Ausgaben für den Umbau der Festnetzsparte und Gebührensenkungen Vodafone in Deutschland. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/2012 sank der operative Gewinn um ein Prozent auf 3,44 Milliarden Euro, wie Deutschlands zweitgrößter Telekommunikationskonzern am Dienstag mitteilte. Vodafone hatte insgesamt etwa 500 Mitarbeiter im Festnetzgeschäft, die vor allem in Call Centern arbeiten, an eine andere Firma ausgelagert - das kostete.

Ohne die Sonderausgaben wäre der Gewinn gestiegen, betonte das in Düsseldorf ansässige Unternehmen. In der Sparte - der vor Jahren übernommenen Arcor - kämpft Vodafone insbesondere beim Verkauf von DSL-Anschlüssen mit harter Konkurrenz und schwindenden Margen. Zudem lastete auf der Jahresbilanz noch eine von der Bundesnetzagentur angeordnete Senkung der Mobilfunk-Terminierungsentgelte. Solche Entgelte verlangen die Betreiber für Gespräche aus anderen Netzen.

Anhaltend hoch war die Nachfrage nach mobilen Datendiensten: Der Umsatz mit Datenverträgen für Handys und Laptops stieg in den zwölf Monaten bis Ende März um ein Fünftel auf 1,78 Milliarden Euro. Der Deutschland-Erlös des Telekom-Rivalen zog gleichzeitig um drei Prozent auf 9,55 Milliarden Euro an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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