Quartalsbilanz
Intel verängstigt die IT-Branche

Die Wirtschaftsflaute hat dem weltgrößten Chiphersteller Intel auch zu Jahresbeginn das Geschäft vermiest. Der US-Konzern schnitt allerdings weit weniger schlecht ab als am Markt befürchtet. Der Branchenprimus sieht zudem eine Trendwende in der Absatzkrise auf dem PC-Markt.

MÜNCHEN. Die IT-Industrie muss sich auf eine längere Durststrecke gefasst machen. Der amerikanische Chiphersteller Intel rechnet nach eigenen Angaben im laufenden Quartal mit einem Umsatz von lediglich rund sieben Mrd. Dollar. Sollte sich die Prognose bewahrheiten, so würden die Erlöse um etwa ein Viertel unter dem Vorjahr liegen.

Dies sind schlechte Aussichten für die IT-Branche, denn der größte Halbleiterproduzent der Erde gilt als wichtiger Gradmesser für den Zustand der gesamten Industrie. Die Chips von Intel werden in vier von fünf Rechnern weltweit eingebaut, zudem werden sie in Maschinen und in der Medizintechnik eingesetzt.

Schon zum Jahresbeginn musste die Firma aus dem Silicon Valley Federn lassen. Der Überschuss im ersten Quartal stürzte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 647 Mio. Dollar ab. Der Umsatz fiel um über ein Viertel auf 7,1 Mrd. Dollar (5,4 Mrd Euro).

Dazu kam eine Marge, die deutlich unter den üblichen Werten lag. Grund dafür war die geringe Auslastung der teuren Werke wegen der stark gesunkenen Bestellungen der Kunden. Angesichts der schwachen Zahlen ging gestern die Intel-Aktie in die Knie: Im frühen Handel in New York verlor das Papier etwa vier Prozent auf rund 15,40 Dollar.

Immerhin: Intel geht davon aus, dass das Geschäft in den nächsten Monaten nicht noch weiter einbricht. „Die schlimmsten Zeiten sind durch“, sagte Deutschland-Chef Hannes Schwaderer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Ähnlich äußerte sich gestern auch ASML, der bedeutendste europäische Zulieferer für die Halbleiterbranche. Der weltgrößte Anbieter von Lithographiesystemen für die Industrie geht trotz eines Quartalsverlusts von einer vorsichtigen Erholung des Geschäfts aus. Die Nachfrage ziehe leicht an, gab Konzernchef Eric Meurice am Mittwoch in Amsterdam zu verstehen. Es gebe erste Anzeichen, dass sich die Industrie auf die neueste Technologie umstelle, um die Kosten zu senken, ergänzte Finanzvorstand Peter Wennink.

Intel hat auf die Flaute bereits reagiert und einige Produktionsstätten in Fernost und in Israel geschlossen. Zudem geben die Amerikaner eine Fabrik in Oregon auf und streichen Stellen. „Die wirtschaftliche Unsicherheit ist groß“, sagte Intels Finanzvorstand Stacy Smith. Deshalb sei es auch sehr schwer, Vorhersagen abzugeben.

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