Rechte-Vermarktung
Bundesliga hängt am seidenen Faden

Die wirtschaftliche Zukunft der Fußball-Bundesliga hängt am seidenen Faden. Denn ob der marode Bezahlsender Premiere weiter Hauptfinancier der Bundesliga bleiben kann, steht in den Sternen. Bisher haben die Verhandlungen mit den Banken kein Ergebnis gebracht. Dabei ist die DFL dringend auf eine finanzielle Stabilität des Pay-TV-Konzerns angewiesen.

DÜSSELDORF. Ende der vergangenen Woche ist die Bieterfrist für die Erneuerung der TV-Rechte abgelaufen. Premiere steckt tief in den roten Zahlen. Die wochenlangen Gespräche mit zwei Bankkonsortien haben bisher noch kein Ergebnis gebracht. Noch vor Weihnachten solle aber Entscheidungen fallen. Das berichteten Beteiligte am Wochenende. Die wichtigsten Gläubiger von Premiere sind die Royal Bank of Scotland, die Bayerische Landesbank, die HSH Nordbank und Unicredit.

Bei Premiere ist die Nettoverschuldung von knapp 181 Mio. Euro am Jahresende auf nunmehr 307 Mio. Euro hochgeschnellt. Kurzfristig fällige Bankschulden in Höhe von 341 Mio. Euro stehen nur noch nur 41,6 Mio. Euro an flüssigen Mitteln gegenüber. Der Konzern hat längst seine Kreditvereinbarungen verletzt. Die Banken könnten daher ihr Geld sofort zurückverlangen. Premiere-Chef Mark Williams sagte zuletzt nur: „Wir sind in konstruktiven Gesprächen.“ Williams ist ein enger Vertrauter von James Murdoch, der als ehemaliger Chef des britischen Bezahlsenders BSkyB den Markt sehr gut kennt. Der Milliardärssohn ist bei der News. Corp. für das Europa- und Asiengeschäft zuständig.

Großaktionär News Corp. hat offenbar wenig Interesse dreistellige Millionen-Beträge nachzuschießen. Der Konzern des Medientycoons Rupert Murdoch ist derzeit mit 25 Prozent an Premiere beteiligt und damit der größte Einzelaktionär.

Die DFL ist dringend auf eine finanzielle Stabilität des krisengeschüttelten Pay-TV-Konzerns angewiesen. Premiere ist mit 205 Mio. Euro pro Spielzeit derzeit der Hauptfinancier der Bundesliga. Der Sender liefert damit mehr als die Hälfte aller Einnahmen aus den TV-Rechten. Nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) erwirtschaftet die Bundesliga pro Spielzeit 409 Mio. Euro aus der Verwertung in TV und Internet.

Seite 1:

Bundesliga hängt am seidenen Faden

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%