Reduzierung von Qimonda-Anteil
Infineon veräußert Qimonda-Anteile mit Verlust

Der Halbleiterkonzern Infineon schreitet zur Tat: Das Unternehmen hat den Preis und das Emissionsvolumen für den Verkauf von Qimonda-Aktienzertifikaten, das Volumen der Aktienleihe sowie die Konditionen für die Umtauschanleihe festgelegt.

HB BERLIN. Die Trennung von weiteren Anteilen an der Tochter Qimonda bringt dem Halbleiterkonzern Infineon einen Buchverlust von bis zu 85 Millionen Euro. Bei den Qimonda-Aktienzertifikaten betrage der Platzierungspreis 10,92 Dollar pro Aktienzertifikat, teilte das Unternehmen in der Nacht zu Freitag mit. Es seien 25 Mill. ADS (American Depositary Shares) am Markt platziert worden. Daraus ergebe sich ein Emissionsvolumen von insgesamt 194 Mill. Euro.

Der Infineon-Anteil an seiner Speicherchiptochter reduziere sich damit auf 78,6 Prozent, hieß es in der Infineon-Mitteilung. Dabei sei die gewährte Mehrzuteilungsoption von 3,75 Mill. Aktien noch nicht berücksichtigt. Sollte diese vollständig ausgeübt werden, würde sich der Infineon-Anteil an Qimonda weiter auf 77,5 Prozent verringern.

Infineon habe zudem eine Umtauschanleihe im Volumen von 190 Mill. Euro begeben. Der Zinssatz dieser Anleihe mit dreijähriger Laufzeit wurde auf 1,375 Prozent pro Jahr festgesetzt. Der Umtauschpreis liege bei 14,74 Dollar je Qimonda-Aktie, was einer Umtauschprämie von 35 Prozent entspräche. Sollten alle Anleihegläubiger von ihrem Umtauschrecht Gebrauch machen, werde Infineon 18,1 Mill. Qimonda-ADS für die Rückzahlung der Umtauschanleihe ausgeben, was rund 5,3 Prozent des derzeitigen Qimonda-Aktienkapitals entspreche.

Des Weiteren habe Infineon einer Tochtergesellschaft der US-Investmentbank JP Morgan Securities 3,6 Mill. Qimonda-ADS als begleitende Maßnahme zur Platzierung der Umtauschanleihe geliehen. Diese seien im Rahmen des Verkaufs der Qimonda-ADS in vollem Umfang am Markt platziert worden.

Infineon will die schwankungsanfällige Tochter so schnell wie möglich loswerden und sucht seit Monaten nach Möglichkeiten, seinen Anteil zügig zu reduzieren. Der Rumpfkonzern zielt vor allem auf das Geschäft mit Telekommunikations-, Industrie- und Autokunden.

Zuletzt hatte Konzernchef Wolfgang Ziebart angekündigt, bis Anfang 2009 verbleibende Qimonda-Aktien aus dem Konzernbesitz an die Infineon-Aktionäre als Sachdividende zu verschenken. Die an der New Yorker Börse gelistete Qimonda ist vor allem im Geschäft mit Speicherchips für Computer (DRAM), Spielekonsolen und Unterhaltungselektronik aktiv und hat das Mutterunternehmen im vergangenen Quartal in die Verlustzone gerissen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%