Reingewinn aber Betriebsverlust
Philips leidet unter Kaufzurückhaltung

Europas größter Unterhaltungselektronik-Konzern Philips hat im zweiten Quartal zwar unerwartet einen Reingewinn erwirtschaftet, beim operativen Ergebnis die Erwartungen aber enttäuscht.

Reuters AMSTERDAM. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht, schrumpfte auch der Umsatz mit einem Minus von 18 % stärker als prognostiziert.

Als Grund für die Entwicklung nannte Philips die starke Zurückhaltung der Verbraucher bei Konsumausgaben und die Lungenepidemie Sars. Philips bekräftigte seine Absicht, seine angeschlagenen Chip-Sparte im vierten Quartal in die Gewinnzone zurückzuführen.

„Diese Zahlen sind gut genug, um die Märkte zu befriedigen, aber nicht besonders inspirierend“, sagte Analyst Eric de Graaf von ING. Wie der Konzern weiter mitteilte, belief sich der Reingewinn auf 42 Mill. € verglichen mit einer Analystenprognose von einem Verlust von 75,7 Mill. €. Noch im Vorjahr hatte Philips sogar einen Fehlbetrag von 1,36 Mrd. € ausgewiesen. Der Verkauf von Beteiligungen an Vivendi Universal und ASML brachte dem Konzern im zweiten Quartal dagegen außerordentliche Gewinne über 78 Mill. € ein.

Beim Betriebsergebnis wies Philips im Berichtsquartal dagegen einen Verlust von 26 Mill. € aus, wohingegen die von Reuters befragten 16 Analysten hier mit einem Gewinn von 2,5 Mill. € gerechnet hatten. Dies zeige wie schwierig derzeit das Umfeld sei, sagte ein Analyst.

Den Umsatz bezifferte der Konzern mit 6,53 Mrd. €. Analysten hatten lediglich mit einem Umsatzrückgang von 16 % auf 6,74 Mrd. € gerechnet. Philips verwies in dem Zusammenhang auch auf den Kursrückgang des Dollar. Währungsbereinigt sei der Umsatz nur um fünf Prozent gefallen. Durch den Höhenflug des Euro haben die europäischen Unternehmen bei der Ausfuhr schlechtere Wettbewerbsbedingungen als ihre Konkurrenten.

Philips stellt neben Fernsehern auch Glühbirnen und Rasierapparate sowie Chips her. In der europäischen Chip-Branche ist der Konzern der drittgrößte Hersteller nach STMicorelectronics und Infineon.

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