Reportage
Harakiri, High Noon und Triple Play

Noch immer behauptet die Deutsche Telekom ihre Vormachtstellung auf dem Gebiet der Telekommunikation. Um dem schier unantastbaren Konkurrenten ins Stolpern zu bringen, haben Telekom, Unity, KDG, Netcologne & Co. auf der Messe der Kabelbranche in Köln nur eines im Sinn: den einflussreichen Fußball.

KÖLN. Eigentlich ist es erst 10.50 Uhr. Aber für Werner Hanf ist es schon High Noon. Der Geschäftsführer der Telekomgesellschaft Netcologne ruft den Showdown aus für den Kampf gegen Erzfeind Deutsche Telekom: „Wenn die Branche sich gegenseitig blockiert, geben wir der Telekom doch nur Starthilfe!“

Und Hanf appelliert an seine Konkurrenten: „Wir müssen vernünftig sein. Wir müssen verhindern, dass die Telekom über den roten Teppich in den Markt reinspaziert, ansonsten betreiben wir Harakiri!“

Martialisch ging es zu im Offenbach-Saal bei der Podiumsdiskussion zum Auftakt der Messe „Anga Cable“ in Köln.

Der Kampfeswille passt zum Sujet. Denn es geht um Fußball und die Frage, wer in Deutschland ab der Saison 2006/2007 die Spiele der Bundesliga live im Fernsehen übertragen darf. Die Rechte dafür hat im Dezember 2005 der Kabelnetzbetreiber Unity mit seiner Tochter Arena gekauft – ansonsten aber regieren Fragezeichen. Bislang hat sich Arena in vielen Regionen mit den örtlichen Kabelnetzbetreibern nicht über die Konditionen für die Übertragung einigen können – nur in Nordrhein-Westfalen und Hessen ist alles klar.

Zugleich droht den Kabelfirmen Konkurrenz durch die Telekom. Die hat die die Internet-Übertragungsrechte erworben und mit dem Bezahlsender Premiere eine Allianz geschmiedet. Dagegen wollen die anderen nun antreten. In Köln treffen die verschiedenen Fronten aufeinander.

Das führt zu Bescheidenheit allerorten. Erbitterte Konkurrenten denken an Bündnisse. Die Botschaft von Netcologne-Chef Hanf kommt an: Die Männer neben ihm auf dem Podium, die er wegen ihrer Blockadehaltung schilt, nicken. Einmal, zweimal.

„Ja, wir wollen uns einigen“, kommt leise aus dem Mund von Herbert Leifker, Geschäftsführer von Unity Media. Christof Wahl vom Konkurrenten Kabel Deutschland (KDG) bekräftigt: „Wir sind zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt.“

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