Roaming-Kosten fallen
Vodafone beugt sich der EU

Mit Blick auf die Pläne der Europäischen Kommission im Bereich der Roaming-Gebühren will der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone diese bei Handy-Gesprächen in andere EU-Staaten deutlich senken. Die EU will den Markt trotzdem regulieren. Insgesamt zeichnen sich für die Mobilfunkbetreiber schärfere Kontrollen ab.

HB LONDON/DÜSSELDORF. Vodafone kommt den Forderungen der Europäischen Union (EU) nach niedrigeren Roaming-Preisen nach. Der britische Mobilfunkkonzern kündigte am Montag an, die Kosten für die Verwendung von Netzen anderer Firmen im Ausland um mindestens 40 Prozent senken zu wollen. In Europa werde der Preis von mehr als 90 Cent auf weniger als 55 Cent je Minute fallen. Ab Oktober sollten Vereinbarungen mit anderen Netzbetreibern geschlossen werden.

Die EU-Kommission hatte im März gefordert, Kunden sollten im Ausland zum selben Preis telefonieren können wie in ihrem Heimatland. Mobiltelefon-Gesellschaften haben sich immer wieder gegen eine gesetzliche Regelung ihrer Auslandstarife gestemmt. Roaming-Aufschläge fallen dann an, wenn jemand mit seinem Handy in einem ausländischen Netz telefoniert. Bereits im Februar hatte die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile eine Preissenkung für das mobile Telefonieren im Ausland angekündigt, um eine Preisregulierung durch die EU abzuwenden.

EU will Roaming-Gebühren trotzdem regulieren

Das Angebot gehe weit über das hinaus, was die EU-Behörden anstrebten, sagte Friedrich Joussen, Chef von Vodafone Deutschland. „Wir begrüßen jede Initiative, die in Richtung Kostenreduzierung der Roaming-Gebühren geht. Dies stellt unsere Pläne jedoch nicht in Frage“, sagte Kommissionssprecher Frederic Vincent am Montag. Noch vor dem Sommer werde die Kommission einen entsprechenden Regulierungsvorschlag vorlegen, der im nächsten Jahr in Kraft treten solle. Vincent sagte, die Kommission analysiere die Vodafone-Offerte noch. Auch wenn der Netzbetreiber, der seine Roaming-Gebühren künftig senken wolle, der größte in Europa sei, würde die geplante Regulierung doch alle Anbieter betreffen.

Nach Angaben der EU-Kommission schwanken die Gebühren für ein vierminütiges Handygespräch im Ausland innerhalb der 25 Euro-Mitgliedsstaaten zwischen 20 Cent und 13 Euro, wobei die Konzerne Gewinnmargen zwischen 90 und 100 Prozent einstreichen. Mit einer Regulierung könnten Verbraucher nach Berechnung der Kommission zwischen 40 und 60 Prozent ihrer zu zahlenden Gebühren für Roaming-Gespräche sparen.

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