Rückstand zu Sony wächst
Microsoft senkt Preise für Xbox One

399 Dollar statt 499 Dollar: Microsoft senkt die Preise für die erst zum Jahreswechsel eingeführte Xbox One. Eine klare Reaktion auf den Wettbewerb – Sonys Playstation 4 verkauft sich einfach besser.
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San FranciscoÜberraschende Ankündigung nur wenige Wochen vor der E3, der größten Gamingmesse der Welt in Los Angeles: Microsoft senkt die Preise für seine gerade erst zum Jahresende eingeführte Videospielekonsole Xbox One. Viele der bislang kostenpflichtige Internetangebote werden kostenlos. Es ist der letzte Versuch, nach einer Pannenserie noch einmal aufzuholen und mehr Kunden anzulocken.

Die Spielekonsole Xbox One wird ab 9. Juni statt für 499 Dollar auch für 399 Dollar zu haben sein, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dafür wird die bis dahin im Lieferumfang enthaltene Kamera „Kinect“ nicht mehr mit dabei sein. Die Konsumenten suchten nach einer „preiswerteren Alternative“, erklärte Xbox-Chef Phil Spencer. Der Schritt ist als klare Reaktion auf den anhaltenden Erfolg des Konkurrenten Sony zu sehen, dessen Playstation 4 praktisch zur gleichen Zeit eingeführt wurde und sich deutlich schneller verkauft. Während Sony sieben Millionen verkaufte Playstation 4 meldet, nennt Microsoft fünf Millionen Konsolen, die „in den Handel ausgeliefert wurden“. Wieviel davon verkauft ist, ist unklar.

Spencer betonte, die Einführung der günstigeren Konsole bedeute nicht das Aus für die umstrittene Wohnzimmer-Kamera Kinect. Sie werde weiter wichtiger Bestandteil des Produkts bleiben. Die Kamera, die hauptsächlich zur Steuerung von Spielen durch Handgesten oder Körperbewegungen dient, war wiederholt in Verruf geraten. Sie erkennt nicht nur die Silhouette von Spieler vor der Konsole, sondern verfügt auch über eine Gesichtserkennung, einen Bewegungsmelder, der anzeigt, ob jemand im Raum ist und weiß, wie viele Personen in einem Raum sind.

Microsoft hat zum Beispiel ein Patent angemeldet, mit dem die Preise für das Betrachten von Online-Videos gestaffelt werden können, je nachdem wie viele Menschen vor dem Bildschirm sitzen. Bis zuletzt war nicht klar, was Microsoft mit den gesammelten Daten anfangen will oder mit wem sie geteilt werden.

Die Preissenkung ist nicht die einzige Vergünstigung, mit der Microsoft bei den Kunden punkten will. Daneben zeichnet sich ein gravierender Schwenk im Businessmodel ab. Viele attraktive Angebote wie das Betrachten von Videos auf Netflix oder Hulu werden bislang hinter einer Bezahlschranke versteckt. Wer also seine Netflix-Videos anschauen will, der muss zusätzlich einen Microsoft-Gold-Vertrag für rund 60 Euro im Jahr abschließen. Dafür gibt es dann auch Zugang zum Browser Internet Explorer, der Videotelefonie-App Skype oder zum Cloud-Speicher Onedrive. Alles Diente, die man auf PC oder Smartphone kostenlos nutzen kann.

Jetzt zieht Spencer die Reißleine: Für alle Besitzer von Xbox One und Vorgängermodell Xbox 360 werden alle diese Angebote jetzt freigeschaltet. Der Zwang zum Kauf einer zusätzlichen Mitgliedschaft nur um diese Standard-Microsoftprogramme nutzen zu können hatte für heftige Verärgerung bei den Kunden gesorgt.

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