Rückzug
SAP Personalchefin tritt zurück

Die Managerin war wegen regelmäßiger Heimflüge mit dem Firmenjet in die Kritik geraten. Nun zieht sie die Konsequenzen.
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WalldorfDie SAP-Personalchefin Angelika Dammann verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Das teilte der Softwarehersteller am Freitag mit. Dammann trete „aus persönlichen Gründen“ zurück.

Der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner sagte: „Wir bedauern ihre Entscheidung, respektieren ihren Wunsch, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, und wünschen ihr viel Erfolg für die Zukunft.“ Weiter werde SAP den Rücktritt nicht kommentieren, kündigte ein Sprecher an.

Dammann war im Juli 2010 zur Personalchefin berufen worden. In den vergangenen Tagen war sie wegen ihrer intensiven Nutzung des Firmenjets in die Schlagzeilen geraten. In einem Zeitungsbericht hatte es unter Berufung auf Aufsichtsratskreise geheißen, dass sie für längere Zeit als vereinbart für Familienheimfahrten einen Firmenjet nutzen wolle und nebenbei als Rechtsanwältin in Hamburg arbeite.

In einer Mitteilung an die Mitarbeiter schrieb Dammann am Freitag, diese Behauptungen sei „falsch“. Sie fühle sich durch die Berichterstattung „zutiefst betroffen“. Sie habe SAP „doch so erlebt, dass man sich gegenseitig unterstützt und an einem Strang zieht, nicht aber beschädigt“, heißt es in der Mitteilung an ihre Kollegen. Sie habe sich entschieden, künftig enger bei ihrer Familie in Hamburg zu sein.

Vor ihrer Tätigkeit bei SAP war Dammann Managerin beim Konsumgüterhersteller Unilever. Europas größter Softwarehersteller hatte mit ihr erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Frau in den Vorstand geholt. Ihre Aufgaben als Personalverantwortliche soll Finanzvorstand Werner Brandt kommissarisch übernehmen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Rückzug: SAP Personalchefin tritt zurück"

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  • Ich nehme an, diese Aktion war abgestimmt?:
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,763199,00.html

  • Leicht verständlich, dass "Kultur"-Unterschiede zum Zerwürfnis führten. Hier eine Frau aus einem straff organisierten Produktionsbetrieb, dort eine IT-Männerriege, der immer wieder alles günstig zugefallen war. Da findet und konstruiert man Gründe. Wie gut, dass es den Umweltgedanken gibt ;-). Damit ist der Weg frei für weniger ergebnisorientiert denkende Frauen in und aus der SAP - denn daran wird man nicht vorbeikommen. Der Vorstand muss sich den Vorwurf anheften lassen, die Dame nicht gecoacht zu haben.

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