Rupert Murdoch
Der alte Herr macht einen Rückzieher

Wird er mit dem Alter weise oder weich? Nach nur drei Wochen gibt Rupert Murdoch den Versuch auf, mit der Übernahme von Time-Warner den größten Medienkonzern der Welt zu schmieden. In der Branche wird es nicht ruhiger.
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San FranciscoEs wird die Woche der Medienunternehmen, und sie beginnt direkt mit einem Knaller: 21st Century Fox zieht sein Angebot über 80 Milliarden Dollar für den Kauf von Time Warner zurück. Analysten an der Wall Street reiben sich verwundert die Augen: Hinter 21st Century Fox steht niemand anderes als Rupert Murdoch, 83 Jahre alt und nicht gerade dafür bekannt, dass er eine einmal angefangene Sache nicht zu Ende bringt. Im Gegenteil. Sein Plan war es, aus den beiden Unternehmen den größten Medienkonzern der Welt zu schmieden. Dessen Einflusssphäre hätte von den beiden größten Hollywood-Studios über zahlreiche TV-Sender bis zum zweitgrößten Sportsender hinter ESPN gereicht. Besonders attraktiv für Murdoch wäre der höchst erfolgreiche Bezahlsender HBO. Doch nach nur drei Wochen ist alles vorbei.

Die Ankündigung kam nur einen Tag bevor beide Unternehmen am Mittwoch ihre Quartalsergebnisse vorlegen werden. In einem Statement macht Murdoch klar, dass er immer noch glaubt, die Fusion würde Sinn machen. Aber der fallende Aktienkurs und der Widerstand des Time-Warner-Managements ließen den Deal unattraktiv werden. „Diese Faktoren zusammen mit unserem Versprechen sowohl diszipliniert als auch fokussiert auf die Schaffung von Mehrwert für unsere Aktionäre zu handeln, hat uns dazu bewogen, das Angebot zurückzuziehen“, so Murdoch.

Stattdessen will er jetzt für sechs Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Das wiederum wurde bei Analysten und Anlegern positiv aufgenommen. Nachbörslich zog die Aktie um bis zu zehn Prozent an, Time Warner fiel bis zu zehn Prozent auf 76 Dollar zurück. Das liegt unter dem ursprünglichen Angebot von rund 86 Dollar pro Aktie. Für Analysten ein Zeichen, dass Investoren nicht mit einer Rückkehr Murdochs rechnen. Jedenfalls nicht so schnell. Völlig ungeklärt bleibt daher auch die Frage, ob der Mega-Merger überhaupt die Hürden der Kartellwächter überspringen könnte.

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