SAP-Aktie reagierte kaum auf die Nachricht
Microsoft wollte SAP übernehmen

Microsoft hat in diesem Frühjahr vergeblich versucht die SAP AG (Walldorf) zu übernehmen. Der weltgrößte Softwarekonzern und Europas größtes Softwarehaus bestätigten am Montagabend, Sondierungsgespräche über eine mögliche Fusion geführt zu haben. „Vor einigen Monaten hat Microsoft diese Gespräche auf Grund der Komplexität eines solchen Abschlusses und der daraus resultierenden Integrationen beendet. Eine Wiederaufnahme der Verhandlungen ist nicht geplant“, teilte die Microsoft Corp. in Redmond (US-Bundesstaat Washington) mit.

HB REDMOND. SAP-Chef Henning Kagermann sagte, Microsoft sei Ende 2003 an die SAP herangetreten, um die Idee einer möglichen Fusion („Merger“) zu diskutieren.: „Wie alle börsennotierten Unternehmen untersucht auch die SAP regelmäßig Möglichkeiten, wie wir unsere weltweit führende Stellung im Markt für Unternehmenssoftware weiter ausbauen können.“ Diese Sondierungsgespräche seien in diesem Frühjahr beendet worden. Die SAP habe die feste Absicht, weiterhin partnerschaftlich mit Microsoft zusammenzuarbeiten, um unter bestmöglicher Nutzung der Web-Services-Technologie auch in Zukunft ihren Kunden wirklichen Mehrwert bieten zu können.

Mit ihren Veröffentlichungen kamen die beiden Software-Giganten einer Stellungnahme von Oracle in der am Montag beginnenden öffentlichen Verhandlung des Oracle/Peoplesoft-Übernahmeverfahrens in den USA zuvor. Die SAP AG hatte im Zusammenhang mit der rechtlichen Prüfung der geplanten Übernahme von Peoplesoft durch Oracle umfangreich mit dem US-Justizministerium zusammengearbeitet. „Da es im Laufe der Verhandlungen möglich ist, dass vertrauliche und interne Informationen in der Öffentlichkeit bekannt werden, die unter anderen Umständen nicht öffentlich gemacht worden wären, nimmt die SAP hierzu Stellung“, teilte das Walldorfer Unternehmen mit. Unter normalen Umständen hätte man darüber gar nicht gesprochen. Oracle pocht in dem Verfahren darauf, auch nach einer Fusion mit Peoplesoft den Firmensoftware-Markt entgegen der Ansicht des Ministeriums nicht zu dominieren, weil dort weit größere Wettbewerber aktiv seien. SAP argumentiert wiederum, der Markt sei in Wirklichkeit sehr zersplittert

Auch Microsoft verwies auf das Übernahmeverfahren in den USA. „Oracle hat im Zuge dieses Verfahrens Zugang zu vertraulichen Informationen über die Microsoft Corporation erhalten, die Oracle möglicherweise im Rahmen des Prozesses anführen wird. Microsoft macht daher in diesem Fall eine Ausnahme von dem langjährigen Grundsatz, Gespräche zu möglichen Fusionen und Übernahmen nicht zu kommentieren.“

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