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SAP erwartet zweistelliges Wachstum

Europas führender Softwarekonzern SAP rechnet trotz eines Umbruchs in der Softwarebranche mit einem überdurchschnittlichen zweistelligen Wachstum auf absehbare Zeit.

dpa MANNHEIM/WALLDORF. Europas führender Softwarekonzern SAP rechnet trotz eines Umbruchs in der Softwarebranche mit einem überdurchschnittlichen zweistelligen Wachstum auf absehbare Zeit.

Das sagte Vorstandschef Henning Kagermann am Donnerstag vor rund 4 000 Aktionären auf der Hauptversammlung in Mannheim. Das Walldorfer Dax-Unternehmen setze auf organisches Wachstum sowie kleinere Akquisitionen. Der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware verfolge auch künftig nicht das Ziel, Marktanteile durch Zukäufe hinzuzugewinnen.

Der Vorstandschef bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr nach einer Steigerung um zwölf Prozent im Kerngeschäft mit den Softwarelizenzen. Bis zum Jahr 2010 soll mehr als die Hälfte des Lizenzumsatzes mit neuen Produkten erwirtschaftet werden. SAP hatte 2005 als das Jahr der Investitionen ausgerufen. Die Konkurrenzsituation und der Preisdruck seien jedoch hoch, betonte Kagermann. „Der Wettbewerb ist seit zwei Jahren blutig.“ SAP ist nach Microsoft und Oracle das weltweit drittgrößte Softwarehaus. Die SAP-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag leicht auf 127,09 Euro zu.

Obwohl der weltweite IT-Markt im Vorjahr lediglich einen Anstieg um fünf Prozent verzeichnen konnte, ist die Branche nach Einschätzung von Kagermann „mehr denn je zu einer strategischen Schlüsselindustrie geworden“. Er teile nicht die Sorge, dass der Softwaremarkt „mittlerweile zu einer normalen Branche geworden ist - mit Wachstumsraten, die sich an der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes orientieren.“

Bei dem Aktionärstreffen hatte der SAP-Mitgründer und langjährige Vorstandschef Dietmar Hopp sein Aufsichtsratsmandat niederlegen. Seinen Platz in dem Kontrollgremium nimmt Eon-Finanzvorstand Erhard Schipporeit ein. Der 56-jährige Schipporeit nahm an der Hauptversammlung wegen der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Versorgers jedoch nicht teil.

SAP-Chef Kagermann betonte, Hopp habe in seinen unterschiedlichen Funktionen bei dem Softwarehaus die Entwicklung des Unternehmens „ganz wesentlich geprägt“. Mitgründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner hob den „unschlagbaren Instinkt für notwendige Entscheidungen“ bei seinem ehemaligen Vorstandskollegen hervor. Der 65-jährige Hopp sagte, er werde Großaktionär des Unternehmens bleiben.

Es wurde eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie beschlossen. Das sind 0,30 Euro mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2004 hatte SAP einen Gewinn von 1,3 Mrd. Euro erzielt. Im ersten Quartal 2005 war ein Umsatz von 1,7 Mrd. Euro und ein Ergebnis nach Steuern von 254 Mill. Euro eingefahren worden. Die Lizenzerlöse lagen bei 434 Mill. Euro. Beschlossen wurde ferner, den Zusatz im Firmennamen „Systeme, Anwendungen, Produkte in der Datenverarbeitung“ zu streichen und nur noch den Namen SAP AG zu führen.

Als Vorstandschef stand Hopp SAP von 1988 bis 1997 vor. Danach war er von 1997 bis 1998 gemeinsam mit Hasso Plattner Vorstandssprecher, um im Anschluss Vorsitzender des Aufsichtsrates zu werden. Von 2003 bis 2005 saß Hopp nur noch als einfaches Mitglied in dem Kontrollgremium.

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