Semel übergibt an Yang
Gründer soll's bei Yahoo richten

Um Yahoo steht es derzeit nicht zum besten. Google hat dem Internet-Urgestein den Rang als Nummer eins der Suchmaschinen abgelaufen, der Umsatz steigt nur noch leicht, der Gewinn fällt gar. Schuld an der Misere ist für viele Aktionäre Konzernchef Terry Semel. Der hat die Konsequenzen gezogen und seinen Stuhl geräumt. Ihm folgt ein alter Bekannter nach.

rtr SAN FRANCISCO. Wie das Internetunternehmen am Montag nach Börsenschluss mitteilte, wird einer der beiden Gründer des Internet-Konzerns, Jerry Yang, künftig die Geschicke des Unternehmens lenken. Zudem ernannte die Firma die frühere Finanzchefin Susan Decker zur Präsidentin. Sie ist damit nach Yang jetzt Nummer zwei bei Yahoo. Sie wird das Werbe- und Mediengeschäft des Unternehmens leiten. Die Börse reagierte positiv auf die Nachrichten: Yahoo-Aktien legten im nachbörslichen Handel rund 6 Prozent zu.

Der 64-jährige Semel war erst vor kurzem auf der Yahoo-Hauptversammlung ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Die Aktionäre warfen ihm vor, keine konkreten Pläne zu haben, wie das Unternehmen im Wettkampf mit Google verloren gegangenen Boden wieder gut machen könne. „Das vergangene Jahr war ein schwieriges Jahr für Yahoo“, sagte Semel. „Ich weiß, dass keiner von uns mit den Ergebnissen zufrieden ist“. Semel ist bisher in Personalunion Unternehmenschef und Verwaltungsratsvorsitzender. Letzteres bleibt er auch.

Semel hatte die Leitung von Yahoo vor sechs Jahren übernommen, als das Unternehmen nach der Platzen der Blase am Technologie-Markt Verluste schrieb. Sein Verdienst ist es, dass sich Yahoo auf das Werbe- und Mediengeschäft konzentriert hat. Verwaltungsratsmitglied Ed Kozel hob hervor, dass der Umsatz unter Semel seit 2001 um das neunfache auf 6,4 Mrd. Dollar gestiegen sei.

Im lukrativen Online-Anzeigenmarkt ist das Unternehmen gegenüber Google aber zuletzt massiv zurückgefallen und auch neue Internet-Kontaktseiten wie My Space machen dem Unternehmen zusehends zu schaffen. Während Google im ersten Quartal nach Branchenschätzungen in den USA bei Internetsuchen auf einen Anteil von 48 Prozent kommt, schafft es Yahoo auf nur 28 Prozent. So kündigte Yahoo nun auch an, dass im zweiten Quartal mit einem Umsatz am unteren Ende der eigenen Prognosespanne von 1,2 bis 1,3 Mrd. Dollar zu rechnen sei.

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