Sieg gegen Mattel
„Bratz“ gewinnt „Puppenkrieg“

Der seit Jahren tobende „Puppenkrieg” ist beendet. Der Spielwarenkonzern MGA Entertainment, Hersteller der populären „Bratz”-Puppen, hat den „Barbie”-Produzenten Mattel besiegt.
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DüsseldorfEin Gericht im kalifornischen Santa Ana hatte die Klage von Mattel wegen eines angeblichen Ideenklaus von MGA Entertainment verworfen. Zur Überraschung aller Beteiligten sprach das Gericht in der Nähe von Los Angeles dem beklagten Konzern MGA sogar einen Schadensersatz von 89 Millionen Dollar zu.

„Das ist für alle Unternehmer mit einem amerikanischen Traum“, sagte Isaac Larian, Gründer und CEO von MGA Entertainment, dem Handelsblatt. „Gebe niemals auf, wenn du weißt, dass du im Recht bist“, erklärte der Unternehmer persischer Herkunft nach der Urteilsverkündung. In Spitzenzeiten soll sich der Umsatz mit den „Bratz“-Puppen, die sich im Gegensatz zur amerikanischen Ikone „Barbie“ multikulturell geben, im Milliarden-Dollar-Bereich befunden haben. Die im kalifornischen Van Nuys beheimatete MGA kontrolliert auch zu knapp zwei Drittel den fränkischen Puppenhersteller Zapf Creation („Babyborn“) in Rödental bei Coburg.

Der kampfeslustige Larian bangte die vergangenen Jahre um seine unternehmerische Existenz. „Der Konflikt mit Mattel ist die größte Herausforderung in meinem Leben“, sagte der Spielzeug-Unternehmer über den „Puppenkrieg“. Denn Mattel hatte dem Herausforderer im weltweiten Markt der Spielzeugpuppen auf mehrere hundert Millionen Dollar verklagt. Der „Barbie“-Hersteller bezichtigte MGA-Entertainment, die Idee zu den „Bratz“-Puppen von Mattel geklaut zu haben.

Designer Carter Bryant haben die ersten Enwürfe für die „Bratz“-Puppen bereits als Mattel-Angestellter angefertigt. Die vor zehn Jahre eingeführten „Bratz“-Puppen mit den großen Kulleraugen sind weltweit die größte Herausforderung für die bereits 52 Jahre alte „Barbie“. Der Konkurrenzkampf wird sich nun verschärfen. „Amerika blüht mit dem Wettbewerb auf. Barbie, das amerikanische Mädchen, auch“, sagte Richter Alex Kozinski zuvor.

Die Niederlage kommt für den weltgrößten Spielzeughersteller Mattel zu einer Unzeit. Denn im ersten Quartal ist der Nettogewinn trotz gestiegener Umsätze um 33 Prozent auf 16,6 Millionen Dollar eingebrochen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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