Software-Konzern
Microsofts Unabhängigkeitserklärung

Microsoft-Chef Nadella reißt Brücken hinter sich ab und bricht endgültig mit Vorgänger Steve Ballmer. Windows tritt in den Hintergrund. Die Sorgenkinder Nokia und die Suchmaschine Bing sollen bis 2016 profitabel werden.
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San FranciscoEs hat symbolischen Charakter. So, als ob ein Kapitel abgeschlossen, ein Buch zugeklappt werde, erklärte der neue Vorstandschef Satya Nadella am Dienstagabend – gleichzeitig mit dem Abschluss des Finanzjahres 2014 endete auch die Phase des alten Microsofts. Hätte es die Akquisition von Nokia nicht gegeben, wäre das vierte Quartal des Geschäftsjahres gut verlaufen, lautete die Botschaft. Der Umsatz lag 18 Prozent höher bei 23,4 Milliarden Dollar, auch bereinigt um den Zukauf wäre ein Plus von zehn Prozent übriggeblieben.

Der Nettogewinn wäre ohne Nokia höher als die gemeldeten 4,61 Milliarden Dollar ausgefallen, das liegt immer hin sieben Prozent unter Vorjahr. Das alte Geschäft mit Windows und Office brummt noch, ebenso das wichtige Großkundengeschäft. Das junge Cloud-Business für Unternehmen zieht an. Es ist auf bestem Wege 4,4 Milliarden Dollar im Jahr einzufahren, eine glatte Verdoppelung zum Vorjahr. Die Börse und Analysten zeigten sich soweit zufrieden, nachbörslich lag die Aktie unverändert.

Doch im neuen Jahr wird alles anders, verkündet Nadella. Der 1975 gegründete Konzern steht vor einem „unglaublich wichtigen Jahr“, so Finanzchefin Amy Hood. Die Einschnitte werden tief und schmerzhaft sein. „Wir haben harte und disziplinierte Entscheidungen getroffen, um unsere Kernkompetenz als Produktivitäts- und Plattform-Unternehmen für die Welt des Mobile-First, Cloud-First zu definieren“, machte auch der neue CEO im Analystengespräch unmissverständlich klar. „Mobilität ist für uns mehr als Geräte. Während wir uns weiter auf hochwertige Smartphones und Tablets konzentrieren, sehen wir die Chancen, die sich ergeben, wenn unsere Produktivitätsdienste auf Windows, iOS und Android laufen.“

Vor rund zweieinhalb Jahren klang das noch ganz anders. „Nicht ist bei Microsoft wichtiger als Windows“, meißelte im Januar 2012 der damalige CEO Steve Ballmer klar und unmissverständlich bei seinem letzten Auftritt auf der Elektronikshow CES in Las Vegas sein Mantra in Stein.

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