Softwarefirmen
Software AG erfreut die Börse

Wenn SAP einen Schnupfen hat, bekommt die Software-Branche die Grippe. So war es bisher meistens. Doch derzeit liegt die Lage anders: Während sich am Mittwoch bei den Quartalszahlen von SAP deutliche Krisen-Schleifspuren zeigen dürften, legt der kleinere Konkurrenz Software AG glänzende Gewinne vor. Die Börse freut es.

HB FRANKFURT. Die Darmstädter Software AG hat den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftig gesteigert und die Analystenerwartungen übertroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 32 Prozent auf 180,5 Mio. Euro zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um 16 Prozent auf 720,6 Mio. Euro. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Ebit von 174 Mio. Euro und einem Umsatz von 708 Mio. Euro gerechnet.

Unter dem Strich verdiente das nach SAP zweitgrößte deutsche Softwarehaus 2008 mit 115,9 Mio. Euro 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Positiv habe sich vor allem das Brasiliengeschäft, die erfolgreiche Integration der 2007 übernommenen US-Firma Webmethods und das weitere organische Wachstum des neuen Geschäftsbereiches Webmethods ausgewirkt, hieß es.

An der Börse kamen die Zahlen sehr gut an: Die Aktie legte zum Handelsstart um über sieben Prozent zu.

Unternehmenschef Karl-Heinz Streibich sagte, das mittelfristige Ziel der Darmstädter für das jährliche Umsatzwachstum liege bei zehn Prozent. Die EBIT-Marge soll zwischen 24,5 und 25,5 Prozent liegen. Streibich sieht sein Unternehmen gut auf die Krise vorbereitet. „Wir haben in den vergangenen Jahren die Effizienz immer weiter gesteigert“, sagte er. Eine harte Kostenkur sei nicht nötig.

Streibich zeigte sich besonders zufrieden mit der Entwicklung von webMethods. Die Integrationssoftware legte demnach bei Lizenzen im Gesamtjahr um 49 Prozent zu. Nach dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte sei Streibich aber weiterhin auf der Suche nach Übernahmen. Um 2011 das Ziel der Umsatzmilliarde zu erreichen, setze er auf Innovation, Partnergeschäft, Expansion und Zukäufe. „Wir sind da in einem laufenden Prozess drin“, sagte er.

In Brasilien, wo die Darmstädter den Vertrieb 2008 in die eigenen Hände genommen haben, setzten sie den Angaben zufolge 39 Mio. Euro um und übertrafen damit deutlich das eigene Ziel von 30 Mio. Euro. In diesem Jahr wolle Streibich diesen Umsatz mindestens halten. Wachstumstreiber sei dort ETS gewesen.

Nun wolle die Software AG diesen Kunden auch webMethods verkaufen. Dieses „Cross-Selling“ sei für dieses Jahr Programm auf der ganzen Welt. Streibich richtet den Blick auf die Intensivierung des Vertriebs, um die Integrationssoftware webMethods an den Kundenstamm für die Großrechnersoftware ETS zu verkaufen. Für dieses „Cross-Selling“ bestehe in den mehr als 70 Ländern, in denen die Software AG engagiert ist, noch viel Potenzial.

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