Softwarekonzern
SAP schließt Frieden mit Mittelstandskunden

Nachdem SAP die Erhöhung der Wartungsgebühren für seine Software wieder zurückgenommen hat, stimmen die verärgerten Mittelstandskunden versöhnlichere Töne an.

HB DÜSSELDORF. "SAP hat einen großen Stein aus dem Weg geräumt", sagte der Vize-Chef der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe, Andreas Oczko, am Mittwoch in Düsseldorf. Der IT-Chef des SAP-Kunden Krones, Michael Kranz, sagte: "Wir sehen das als ersten, wichtigen Schritt wieder hin zu einem konstruktiven Dialog."

In den Gesprächen soll es nicht nur um die Preispolitik des Softwareriesen gehen. "Dies hat das Fass zum Überlaufen gebracht", sagte der bei Gerolsteiner Brunnen für IT zuständige Werner Schwarz. Die mehr als 100 Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die sich in einer Initiative zusammengeschlossen haben, kritisieren auch den Qualitätsverlust bei Produkten und den schlechter gewordenen Service. "Der Mehrwert für den Kunden muss wieder stärker in den Mittelpunkt rücken", sagte Kranz.

Anwendungen, die in der Vergangenheit Bestandteile der Verträge waren, müssten mittlerweile bezahlt werden, kritisierten die IT-Chefs. Der Service sei vielfach zu langsam und nicht richtig zugeschnitten. Der Löwenanteil der System-Probleme werde bereits jetzt von eigenen Mitarbeitern gelöst. Den angekündigten zusätzlichen "Enterprise Support" - für mehr Geld - bräuchten mehr als 90 Prozent der Firmen nicht. Vielmehr müsse SAP die Komplexität der Systeme wieder reduzieren.

SAP hatte ursprünglich alle Verträge mit der günstigeren Wartungsvariante zum Jahresende gekündigt, die mit 17 Prozent der Lizenzgebühren zu Buche schlägt. Den Bestandskunden wurde damit ein Support verordnet, für den von 2009 an 18,63 Prozent zu zahlen gewesen wäre, innerhalb von vier weiteren Jahren wären die Kosten auf 22 Prozent gestiegen. Am Vortag hatte SAP dann die Kündigung der alten Verträge zurückgenommen.

Die Mittelständler räumten ein, dass eine Abhängigkeit von SAP bestehe, weil viel Geld in die Systeme und die Schulung der Mitarbeiter geflossen sei, und sie deshalb Interesse an einer langfristigen Partnerschaft haben. Doch bei neuen Produkten böten sich auch durchaus Alternativen, sagte Schwarz. "Auch andere Mütter haben schöne Töchter."

Mittelständler machen den Großteil der 28 000 Kunden in Deutschland. Bei diesen Unternehmen will der Walldorfer Konzern mit einer neuen Software noch stärker Fuß fassen. Dabei konkurriert SAP vor allem mit Oracle Microsoft, Sage und Infor.

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