Softwareriese
Microsoft fordert Ende der Geheimniskrämerei

Microsoft bemüht sich um Schadensbegrenzung: Mit einer gerichtlichen Erlaubnis will der Konzern die Zahl der Anfragen der US-Geheimdienste zu Nutzerdaten offenlegen und so das Vertrauen seiner Nutzer gewinnen.
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Berlin/RedmondNeben Google dringt auch Microsoft auf offiziellem Wege darauf, die Zahl der Anfragen von US-Geheimdiensten nach Nutzerdaten veröffentlichen zu dürfen. Der Software-Konzern stellte einen entsprechenden Antrag bei dem Gericht, das die Geheimanfragen unter dem Auslandsspionagegesetz FISA bearbeitet.

Der Konzern wolle so die „Fehlinformation“ korrigieren, „dass er der US-Regierung einen direkten Zugang zu seinen Servern gewähre und damit wahllos Daten von Microsoft-Nutzern an die Regierung weitergebe“, heißt es in dem Schreiben vom 19. Juni, das jetzt öffentlich wurde.

Vergangene Woche hatte Microsoft bereits allgemeine Informationen zu Regierungsanfragen publiziert. Zwischen Juli und Dezember 2012 hat das Unternehmen demnach zwischen 6000 und 7000 Anfragen staatlicher Stellen nach Nutzerdaten erhalten. Darin sind neben möglichen Geheimanfragen auch alle Aufforderungen von lokalen und überregionalen Polizeibehörden enthalten.

Microsoft und andere Internetkonzerne wie Facebook hatten sich bereits öffentlich für eine stärkere Transparenz ausgesprochen – auch um ihr eigenes Geschäft zu schützen, das auf dem Vertrauen der Nutzer beruht. Deshalb will Microsoft die Zahl der Anfragen unter dem Auslandsspionagegesetz separat veröffentlichen dürfen. Google hatte sich mit derselben Forderung an das Gericht gewandt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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