SPD-Medienholding will bei Zeitung weiter sparen
Frankfurter Rundschau wird erst 2006 verkauft

Der geplante Verkauf der „Frankfurter Rundschau“ (FR) verzögert sich. Die Hamburger SPD-Medienholding DDVG braucht wegen weiterer Restrukturierungen mehr Zeit, um die überregionale Tageszeitung für einen neuen Mehrheitseigentümer attraktiv zu machen. „Wir werden erst 2006 auf Investorensuche gehen“, sagte DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen dem Handelsblatt.

HAMBURG. Ursprünglich wollte sich die DDVG bereits in der zweiten Jahreshälfte von mindestens 50,1 Prozent der FR-Verlagsanteile trennen. Doch die SPD-Medienholding muss bei der Tageszeitung weiter sparen, um sie auf Rendite zu trimmen. So soll die Mitarbeiterzahl um 24 auf 730 weiter verringert werden. Bislang hatte die DDVG angekündigt, die Vollzeitarbeitsplätze bis Ende 2005 um 350 auf 750 zu senken.

Mit dem weiteren Sparkurs will die SPD-Medienholding beim Betriebsergebnis der FR 2005 die „schwarze Null“ erreichen, nachdem das Unternehmen 2004 einen Verlust „im gut einstelligen Millionenbereich“ machte. Die DDVG hatte sich im April 2004 mit 90 Prozent am Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH beteiligt. Die restlichen Anteile hält die Karl- Gerold- Stiftung.

Die Frankfurter Rundschau steht zudem vor weiteren Veränderungen: So sollen Redaktion Verlag an einen neuen Standort in Frankfurt wechseln, der angemietet wird. Das Verlagsgebäude soll veräußert werden. Als Käufer ist ein niederländischer Fonds im Gespräch. Die Datenverarbeitung der Zeitung soll ferner der Verlag Hof („Frankenpost“) übernehmen. An dieser Firma sind die DDVG und der Süddeutsche Verlag mit der „Süddeutsche Zeitung“ beteiligt.

Grund für die neuen Einschnitte bei der FR ist unter anderem die Auflagenentwicklung. So ist die täglich verkaufte Auflage im 1. Quartal 2005 um 2,86 Prozent auf rund 164 600 Exemplare zurückgegangen. Vor allem die Samstag-Auflage musste kräftig Federn lassen. Hier brach die Auflage um 13,41 Prozent auf rund 207 600 Exemplare ein. „Der Trend, dass die deutschen Tageszeitungen jährlich rund ein bis zwei Prozent verlieren, wird sich 2005 weiter fortsetzen“, sagt ein Sprecher des Bundesverbands der deutschen Zeitungsverleger (BDZV). Er begründet dies damit, dass die Zahl der jungen Leser immer weiter zurückgeht.

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