Spezialisierung als Mega-Trend
Zellteilung in der Chipbranche

In der Chipindustrie sind zunehmend hoch spezialisierte und flexible Unternehmen gefragt. Deshalb trennen sich immer mehr Elektronikhersteller von ihren Chipsparten. Zudem spalten die Halbleiterproduzenten einzelne Geschäftsbereiche ab. Die Konzerne setzen darauf, dass die Sparten als unabhängige Unternehmen erfolgreicher am Markt agieren als in einem großen Verbund.

MÜNCHEN. Am Freitag kündigte der Münchener Halbleiterhersteller Infineon an, dass seine angeschlagene Speicherchipsparte unter dem Namen Qimonda an die Börse gehen werde, falls die Bedingungen am Kapitalmarkt dies zuließen. „Fokussierte Unternehmen werden am Markt besser dastehen als andere“, begründet Infineon-Chef Wolfgang Ziebart den Schritt. Der Manager ergänzt: „Damit bekommen die Mitarbeiter eine klare Vision.“

Die hoch defizitäre Qimonda wird sich ganz auf Speicherchips, so genannte Drams, konzentrieren. Infineon selbst wird künftig nur Logik-Chips bauen, wie sie in Autos und Handys eingebaut werden.

Genau die gleiche Absicht wie Infineon verfolgt Sanyo. Die Japaner stellen ihr Halbleitergeschäft ebenfalls auf eigene Beine. Als unabhängige Firma könne das angeschlagene Geschäft erfolgreicher sein als bisher, teilte der Unterhaltungselektronik-Produzent mit. Mitte Dezember hatte der niederländische Technologiekonzern Philips angekündigt, seine in Schwierigkeiten geratene Chipsparte auf rechtlich eigene Beine zustellen.

Infineon, Sanyo und Philips sind nicht die ersten großen Konzerne, die sich von ihrem Halbleitergeschäft trennen. Siemens hat seine Chipsparte bereits im Jahr 2000 unter dem Kunstnamen Infineon an die Anleger verkauft, die seitdem wenig Freude an dem Unternehmen hatten.

Wie es anders geht, hat die amerikanische Motorola gezeigt. Der abgetrennte Chipbereich heißt jetzt Freescale, ist einer der zehn größten Chipproduzenten der Welt und hat eine starke Stellung im Geschäft mit Handyproduzenten und Autoherstellern. In Japan haben Hitachi und Mitsubishi Electric große Teile ihres Halbleitergeschäfts ausgegliedert und in dem Gemeinschaftsunternehmen Renesas gebündelt.

Dass sich Firmen wie Siemens oder Motorola vom Halbleitergeschäft trennen, hat mehrere Gründe. Ein wichtiger Punkt: Die Chipbranche ist ausgesprochen kapitalintensiv und sehr schwankungsanfällig. Neue Werke kosten in der Regel mehrere Milliarden Euro, obwohl sie in schwachen Zeiten kaum ausgelastet sind. Als eigenständige Firmen können sich die Halbleitersparten das nötige Geld am Kapitalmarkt, also von den Aktionären, beschaffen und müssen nicht um die knappen Ressourcen in den Konzernen kämpfen.

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