Spezialist für IT-Management sieht starke Nachfrage
BMC Software verspürt Appetit auf Zukäufe

Das US-Softwarehaus BMC hält weiter Ausschau nach Übernahmekandidaten. „Wir werden in der Konsolidierungswelle auch künftig eine aktive Rolle einnehmen“, sagte Robert E. Beauchamp, President und CEO von BMC Software, dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. BMC hat in jüngster Zeit zahlreiche kleinere Firmen übernommen. Zuletzt erwarb das Unternehmen die kalifornische Marimba, die drauf spezialisiert ist, Arbeitsvorgänge in der IT zu vereinfachen. „Wir haben in den letzten 18 Monaten rund 700 Millionen Dollar für Akquisitionen ausgegeben und haben noch rund eine Milliarde Dollar in der Kasse“, sagte Beauchamp.

BMC bietet Software-Werkzeuge an, mit denen Unternehmen ihre IT-Systeme besser verwalten und auf die Geschäftsprozesse abstimmen können. BMC hat diese Strategie Mitte 2002 unter dem Namen „Business Service Management“ gestartet. Damals hatte das Unternehmen allerdings nur für einige wenige Bereiche der gesamten IT-Landschaft Produkte im Portfolio, musste also die Lücken durch Zukäufe schließen.

Diese Politik der kleineren Arrondierungen soll fortgesetzt werden. „Wir schauen auf Technologie aber auch auf Märkte“, sagte Beauchamp. So ist die bislang auf Großkonzerne konzentrierte BMC durch die Übernahme von Magic Solutions, einer Tochter von Network Associates, künftig in der Lage, verstärkt den Mittelstand anzugehen. Beauchamp ist sich sicher, dass die Strategie aufgehen wird. „Wir spüren eine starke Nachfrage. Das Thema IT-Kostensenkung steht immer noch hoch im Kurs“.

Auch die Marktforscher von IDC haben in einer Umfrage unter Managern herausgefunden, dass diese das IT-Infrastruktur-Management zu ihren Schlüsselaufgaben in den nächsten Monaten zählen. BMC hat im vergangenen Jahr rund 1,4 Mrd. Dollar umgesetzt und peilt für das laufende Erlöse in Höhe von 1,52 Mrd. Dollar an.

Sorge, selbst zu einem Übernahmeobjekt zu werden, hat Beauchamp nicht. Mit der neuen Strategie könne BMC auch künftig eigenständig am Markt agieren. Allerdings hat BMC mit mächtigen Wettbewerbern zu tun, unter anderem mit Hewlett-Packard und IBM.

Ein weiterer Wettbewerber, der US-Konzern Computer Associates, leidet zur Zeit unter einem Bilanz-Skandal. Ob BMC davon profitieren konnte, lässt Beauchamp offen. „Ich habe von unseren Kunden keine Hinweise dafür erhalten, aber einige Analysten sagen, das dem so ist“, sagte er. Klar sei allerdings, dass der jüngste Wechsel im Management von CA eine Chance für BMC böte. CA sei sehr zentralistisch geführt gewesen, das gelte auch für die wesentlichen Kundenkontakte. „So gesehen ist der Weggang des Top-Management ist ein herber Verlust für CA“, glaubt Beauchamp. Dem stimmen die Analysten von IDC zu. Der Abschied von Kumar „sorgt unvermeidlich für eine offene Flanke für Wettbewerber wie IBM, BMC, HP, EMC oder Veritas“, urteilen sie.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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