Spitzelskandal
Telekom droht auch Ricke mit Klage

Die Telekom bittet ihre Spitzenmanager zur Kasse. Ex-Chef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel sollen Schadensersatz in Höhe von jeweils einer Million Euro zahlen. Das Unternehmen erhebt schwere Vorwürfe gegen ihr einstiges Spitzenpersonal. Das sorgt für Unruhe vor der Hauptversammlung am Donnerstag.

DÜSSELDORF/BONN. Kurz vor der morgigen Hauptversammlung in Köln hat die Deutsche Telekom auch ihren ehemaligen Vorstandschef Kai-Uwe Ricke per Brief aufgefordert, knapp eine Million Euro Schadenersatz zu zahlen. „Herrn Ricke ist die Schadenersatzforderung in dieser Woche zugestellt worden“, sagt ein Unternehmensinsider in Bonn. Sollte er nicht zahlen, droht die Telekom mit einer Klage.

Beobachter gehen davon aus, dass der Konzern sich damit gegen kritische Fragen der Aktionäre wappnen will. Schließlich hat die Deutsche Telekom für die in der Spitzelaffäre angefallenen Ausgaben Aktionärsvermögen verwendet.

Bei der Affäre hat die Telekom in den Jahren 2005 und 2006 Telefonverbindungen von rund 60 Aufsichtsräten, Journalisten, Betriebsräten und eigenen Vorständen ausgespäht und damit gegen das Fernmeldegeheimnis und das Datenschutzgesetz verstoßen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen acht Beschuldigte, darunter Ricke sowie der Ex-Aufsichtsratchef Klaus Zumwinkel, von dem die Telekom ebenfalls knapp eine Mio. Euro Schadenersatz fordert.

Beide sollen einen Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung beauftragt haben, diejenigen zu finden, die Unternehmensinterna an die Presse weitergeleitet haben. Damit hätte die ehemalige Unternehmspitze den Dienstweg missachtet und gegen das Aktienrecht sowie die internen Organisationsabläufe verstoßen. Die Telekom behauptet, diesen Verstoß beweisen zu können.

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