Stabile Lizenzeinnahmen im dritten Quartal
SAP überrascht die Analysten

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat sein Lizenzgeschäft nach einer ersten Analyse der vorläufigen Geschäftszahlen stabil gehalten und damit deutlich erfolgreicher abgeschnitten als von Analysten erwartet. Die SAP-Aktie machte nach der überraschenden Mitteilung einen Sprung um fast zehn Prozent nach oben.

HB WALLDORF. Der Umsatz mit verkauften Softwarelizenzen lag zwischen Juli und September bei rund 430 Mill. €, wie der weltgrößte Hersteller von Software zur Unternehmenssteuerung am Mittwoch in Walldorf mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es 435 Mill. €, im zweiten Quartal 431 Mill. €. Die von Reuters befragten Analysten hatten SAP im Durchschnitt nur 379 Mill. € zugetraut. Der Konzernumsatz im dritten Quartal lag bei ungefähr 1,65 (Vorjahr: 1,702) Mrd. €. Er übertraf die Prognosen der meisten Analysten ebenfalls.

Vor allem in den USA sei das Geschäft mit den Lizenzen, die für SAP in den nächsten Monaten und Jahren sichere Wartungs- und Service-Einnahmen garantieren, besser gelaufen, hieß es. Zudem habe sich die Erwartung erfüllt, dass die im Juni ausgebliebenen Verkaufserfolge sich den Monaten darauf nachholen ließen. Die geplante feindliche Übernahme des SAP-Konkurrenten People-Soft durch Oracle hatte viele Kunden verunsichert und den Softwaremarkt über den Sommer in Turbulenzen gebracht.

Eine Entscheidung über eine Änderung der Prognosen für das Geschäftsjahr 2003 sei noch nicht gefallen, teilte SAP ergänzend mit. Erst im Juli hatte der Konzern seine Renditeerwartungen für dieses Jahr leicht nach oben korrigiert. Die als Erfolgsmaßstab geltende bereinigte operative Rendite könne bis zu 24,2 % erreichen, hatte Vorstandschef Henning Kagermann damals gesagt. 2002 waren es 22,7 %. Die vollständigen Zahlen für das abgelaufene Quartal will der Konzern am 16. Oktober nennen. Im zweiten Quartal lag die operative Rendite bereits bei 24 %, in den letzten drei Monaten des Jahres steigt sie in der Regel stark an.

Die SAP-Aktien schossen nach der überraschenden Mitteilung binnen weniger Sekunden nach oben und lagen am Nachmittag mit 125,71 € mehr als zehn Prozent im Plus. Damit kletterte die Marktkapitalisierung um mehr als 3,5 Mrd. €. Kurz vor Veröffentlichung der Zahlen hatten die Aktien noch knapp drei Prozent im Plus gelegen.

„Das ist sehr positiv, der Markt ist richtig euphorisch“, sagte Postbank-Händler Norbert Pütz. „Da stürzen sich jetzt alles drauf“, erklärte ein anderer Aktienhändler. „Das ist der Knaller“, sagte ein Händler mit Blick auf den stabilen Umsatz mit Softwarelizenzen.

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