Starke Margen, schwaches Produkt
Apple geht auf Biegen und Brechen

Mit den iPhone 6 spült Apple massenhaft Geld in die Firmenkasse – die Marge steigt im Vergleich zum Vorgänger stark an. Doch viele Kunden sind enttäuscht und wütend – Probleme bereiten die Software und die Verarbeitung.
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San FranciscoDa macht Apple niemand etwas vor. Wenn es um Gewinnmaximierung geht, ist der Gigant aus Cupertino nicht zu schlagen. Aber auch die Schludrigkeit scheint zuzunehmen. Ein Update von iOS 8 auf iOS 8.0.1 sollte Fehler beseitigen und schuf nur noch mehr. Jetzt wird das Update zurückgerufen, und Kunden maulen über verbogene Smartphones im Bananenmodus.

Nach ersten Berechnungen der Tester von IHS Technology kostet das 16 GB-Modell des iPhone 6 Plus den Konsumenten 100 Dollar mehr als das iPhone 5s. Aber die Mehrkosten für Apple belaufen sich nur auf 15,50 Dollar. IHS hat das Smartphone zerlegt und sich die Marktpreise der Einzelteile angeschaut.

Die Materialliste für Apples Smartphone im Pizzablech-Format und 5,5-Zoll-Bildschirm beläuft sich demnach auf 211,10 Dollar. Dazu kommen noch die Kosten für den Zusammenbau im Billiglohnland China. Das sind weitere 4,50 Dollar pro Gerät. Für 215,60 Dollar liegt das Gerät also verpackungsfertig im Werk. Nicht enthalten sind allerdings Kosten für Patente, Lizenzen, Software und ähnliches. Auch muss es verpackt und verschifft werden.

Trotzdem: „Apple hat es immer schon verstanden seine Geräte mit besseren und nachgefragten Details anzubieten und sie dann zum maximal möglichen Profit zu verkaufen“, so Andrew Rassweiler von IHS. Nach Analysen des Investmenthauses Raymond James haben sich Apple und Samsung im vierten Quartal 2013 alleine die Gewinne in der Smartphoneindustrie geteilt, wobei auf Apple 87 Prozent davon entfielen.

Im Jahresverlauf ist die Situation bei Samsung schwieriger geworden, das Verhältnis dürfte mittlerweile noch weiter zu Gunsten von Apple ausgeschlagen sein. Außerdem, merkt der Marktforscher IDC an, wildern aufstrebende chinesische Konkurrenten wie Lenovo (die gerade Motorola kaufen), LG oder Xiaomi mehr bei Samsung als bei Apple. Im zweiten Quartal 2014 setzte Apple 37,4 Milliarden Dollar um, über die Hälfte davon generierte das iPhone. Der Nettogewinn summierte sich auf 7,7 Milliarden Dollar. Nach eigenen Angaben wurden alleine in den ersten drei Verkaufstagen zehn Millionen iPhone 6 abgesetzt.

Derweil muss das Monsterphone sich erste Kritik gefallen lassen. Der Begriff von „Bendgate“ geht auf sozialen Netzwerken um. Besonders das iPhone 6 Plus scheint sich zu verbiegen, wenn es längere Zeit in einer engen Hosentasche getragen wird. Was beim iPhone 5 noch problemlos möglich war, scheint den fragilen Aluminiumrahmen des deutlich größeren und sogar dünneren Geräts zu überfordern.

Dank des offenbar „flexiblen“ Bildschirms wurden bislang jedoch noch keine Schäden gemeldet, sondern nur Fotos von unschön gebogenen Smartphones gepostet. Der Tester von „Unbox Therapy“ nahmen das zum Anlass einmal nachzuhaken und tatsächlich: Mit einem beherzten Zugriff beider Hände und massiver Gewalt ließ sich das Gerät in den Bananenmodus versetzten. Die Konkurrenz von Samsung, das Galaxy Note 3, hat einen ähnlichen Test schadlos überstanden. Erste Empfehlungen gehen dahin, das 6 Plus nicht in engen Hostentaschen, besonders Fronttaschen, zu tragen. Jedenfalls nicht über längere Zeit oder sich damit hinzusetzen.

Noch größere Probleme bereitet ein Update des Betriebssystems iOS 8. Die Version iOS 8.0.1 sollte Fehler beseitigen, schuf aber so gravierend neue, dass Apple jetzt den Software-Patch zurückzieht. Ein Downgrade auf iOS 7 hat Apple allerdings ausgeschlossen.

iPhone-Nutzer hatten sich beschwert, die Telefone würden nach dem Update keine Mobilfunknetze mehr erkennen. Teilweise wurden die Fingerabdruck-Leser deaktiviert. Apple arbeite an einer neuen Version des Updates, heißt es in Cupertino. Angeblich sind nur iPhone 6 betroffen. Bei iPhone 5 scheint das Update keine Probleme zu bereiten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Es wäre schön, wenn sich der Verfasser hier mal äußern würde.

  • Es ist für mich eh unglaublich, wie selbstständig denkende ??? Menschen so auf einen Apple [...] abfahren....

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ein sehr schwacher Artikel, weit unter dem üblichen Niveau des Handelsblattes (ich lese seit über 50 Jahren dieses Zeitung).
    Wie hoch wäre denn der Profit des Handelsblattes, wenn ich von den reine "Produktionskosten", also Papier und Druck ausgehe, aber Kosten der Redaktion und Vertrieb weglasse? Das ist unterstes Niveau.
    Aber es passt zu Ausdrücken wie "Pizzablech-Format". Der Verfasser würde besser zur Bildzeitung passen.
    Gruß aus Hamburg

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