Streit mit Konzernmutter in England
Vodafone-Deutschland-Chef wirft hin

Der Konzern richtet sich neu aus, etwa über die Integration von Kabel Deutschland. Doch vor der Bilanz für 2014 stört eine Personalmeldung die Ruhe: Geschäftsführer Schulte-Bockum will gehen.
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DüsseldorfDer Vorsitzende der Geschäftsführung bei Vodafone Deutschland, Jens Schulte-Bockum, verlässt das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr. Dies erklärte der Konzern am Morgen, nachdem bereits die Presse darüber berichtet hatte. Hintergrund soll sein, dass das Unternehmen nicht in dem Maß zum Marktführer Deutsche Telekom aufschließen konnte, wie sich der Mutterkonzern in London das vorgestellt hatte. Schulte-Bockum sagte zur Begründung lediglich: „Für mich ist es an der Zeit, mich Neuem zuzuwenden.“ Ob ein Nachfolger feststeht, ist noch offen. Es sieht danach aus, als hätte der Vorstandschef sein deutsches Team mit der Nachricht überrascht.

Für den Mittag ist ohnehin eine Pressekonferenz angesetzt. Das Unternehmens präsentiert heute die Jahresbilanz für Deutschland und die globalen Aktivitäten.

Bei der deutschen Tochter des britischen Konzerns sieht es nicht so schlecht aus. Nach fast drei Jahren sinkender Umsätze stehen die Zeichen auf Erholung. Der Service-Umsatz im Festnetz stieg im Geschäftsjahr 2014/2015 auf 3,8 Milliarden Euro, berichtete das Unternehmen. Auch die Integration der Netze komme gut voran. Die gemeinsamen Vermarktungsaktivitäten mit der zugekauften Tochter Kabel Deutschland sorgten inzwischen für deutliche erhöhte Absätze bei Kabel-Breitband-Angeboten, so Vodafone. Anleger zeigten sich von den Zahlen der Gruppe jedoch enttäuscht. Vodafone-Aktien gaben zu Handelsbeginn um mehr als 1,7 Prozent nach.

Der „WirtschaftWoche“ gegenüber sprach Schulte-Bockum von „unüberbrückbaren Differenzen“ mit der Konzernspitze. Bockum, seit 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung, war schon in der Vergangenheit unter Druck geraten - vor allem im Krisenjahr 2013/2014, dem schlechtesten in der Vodafone-Geschichte. Bereits damals erklärte ein langjähriger Vodafone-Manager gegenüber dem Magazin: „Sein Stuhl wackelt.“ Das Unternehmen musste rund vier Milliarden Euro in den Netzausbau stecken und die Kosten der Übernahme von Kabel Deutschland schultern.

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Viel Lob für Arbeit der vergangenen Jahre

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  • Tja, Offensichtlich ist da was im Gange. Gestern Rainer Neske von der Deutschen Bank, heute Schulte-Bockum. Und auf einer anderen Webseite habe ich eine Liste von CEO's gefunden, die jetzt alle hinschmeißen. Das ellenlange Register der Seit Ende 2014 plötzlich Amtsmüden liest sich wie das "Who-is-Who" der Geschäftswelt der großen Konzerne.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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