Südafrika
Lukrativer Telefonmarkt lockt Vodafone und Reliance

Der südafrikanische Telefonmarkt gerät zunehmend in Bewegung. Momentan werden gleich drei Übernahmen oder Zusammenschlüsse verhandelt. Wer am Ende den Zuschlag erhält, hängt von der Regierung ab. Nutznießer des Bieterwettstreits ist in jedem Fall der halbstaatliche Telefonkonzern Telkom.

KAPSTADT. Telefondienste in Südafrika gehören zu den teuersten der Welt, Grund ist die langjährige Dominanz des halbstaatlichen Telefonkonzerns Telkom im Festnetzbereich.

Im Mittelpunkt der neuesten Entwicklung steht einerseits der südafrikanische Mobilfunkbetreiber MTN, an dem in den vergangenen Wochen gleich zwei indische Konkurrenten Interesse bekundet haben. Gegenwärtig verhandelt MTN, das Afrikas größtes Mobilfunkunternehmen ist, mit dem indischen Mobilfunker Reliance Communications über eine mögliche Fusion. Bei einem Zusammenschluss entstünde ein Gigant von knapp 70 Mrd. Dollar Umsatz.

Die Hauptrolle bei Übernahmen spielt jedoch Telkom. Um die Anteile des Staates - 38 Prozent hält die Regierung und 15 Prozent die staatlichen Pensionskasse - liefern sich gleich zwei Konkurrenten einen Bieterwettstreit. Einer davon ist das Investmenthaus Mvelaphanda Holdings, das dem prominenten Ex-Politiker Tokyo Sexwale gehört.

Die Firma, die unter anderem im Finanz-, Lebensmittel- und Logistiksektor aktiv ist, wird zusätzlich von der amerikanischen Och-Ziff-Group und der saudischen Oger Group unterstützt. Zusammen wollen sie das gesamte Festnetz der Telkom für rund 90 Mrd. Rand (7,56 Mrd. Euro) erwerben. Unklar bleibt allerdings, weshalb das Konsortium nicht für die lukrative Mobilfunktochter der Telkom, Vodacom, bietet.

Vodacom ist mit Abstand der größte Mobilfunkbetreiber in Südafrika, jeweils die Hälfte kontrollieren bislang Telkom und der britische Konzern Vodafone. Dieser will nun seinen Anteil um 12,5 Prozent aufstocken und damit die Kontrolle übernehmen. Dafür bietet der Mobilfunkriese der Telkom 18,75 Mrd. Rand. Eine Vorbedingung für die Offerte ist jedoch, dass Telkom ihre dann verbleibenden 37,5 Prozent an Vodacom aufspaltet und an seine Aktionäre veräußert.

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