Tarifstreit
Voscherau soll bei Telekom schlichten

Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau soll den Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom schlichten und damit einen unbefristeten Arbeitskampf verhindern. Zuvor waren die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen worden. Beide Parteien sind mit dem von Verdi angerufenen Voscherau zufrieden.

FOKUS 1-Voscherau soll Tarifkonflikt bei der Telekom schlichten=

rtr BONN. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau soll den Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom schlichten und damit einen unbefristeten Arbeitskampf verhindern. Die Gewerkschaft Verdi erklärte am Samstag in Bonn nach der vierten Gesprächsrunde mit dem Konzern das Scheitern der Verhandlungen und rief den Schlichter an. Ein Sprecher der Telekom begrüßte dies und erklärte, in Bezug auf Voscherau herrsche Einigkeit. Dieser hat ab Montag zwölf Arbeitstage Zeit, eine Lösung zu finden. Verdi fordert 8,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der Festnetzsparte, der Zentrale und der Service-Gesellschaften. Die Telekom hat bislang eine Lohnerhöhung um 5,5 Prozent über zwei Jahre vorgeschlagen sowie eine Verlängerung des Kündigungsschutzes. Auch hat sie Nachverhandlungen in Aussicht gestellt, sollte die Inflation 2009 über 1,5 Prozent liegen. "Wir brauchen eine Lohnerhöhung, die in den Taschen der Beschäftigten ankommt", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder in Bonn, wo die Große Tarifkommission der Gewerkschaft zuvor das Scheitern der Gespräche und die Anrufung des Schlichters beschlossen hatte. Gelinge in der Schlichtung kein Ergebnis, bleibe "nur noch die Möglichkeit, über einen tiefgreifenden Arbeitskampf" zu einem Ergebnis zu kommen. VERDI - BEI TELEKOM "STURHEIT, ABER AUCH VERSTÄNDNIS"

Die Mitte Januar begonnen Gespräche beider Seiten waren am Freitagabend in der vierten Runde ergebnislos beendet worden. Sowohl Verdi als auch die Telekom erklärten im Anschluss, die Positionen längen noch zu weit auseinander. Zu Details vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beide Seiten deuteten aber am Samstag an, dass es Bewegung gegeben hat. Bei der Telekom gebe es "viel Sturheit, aber das ein oder andere Verständnis" für die Forderungen der Gewerkschaft, sagte Schröder. Der Telekom-Sprecher sprach von "Bewegung" auf Seiten der Gewerkschaft. Voscherau muss nun eine Lösung finden. Schröder bescheinigte ihm, etwas von "sozialer Gerechtigkeit" zu verstehen. Beide Seiten seien aber auch nicht an Voscheraus Empfehlung gebunden, betonte er. Der Ex-Politiker hat ab Montag bis zum 13. März um Mitternacht Zeit, hinter verschlossenen Türen eine Lösung zu finden. Notfalls können die Tarifparteien die Frist aber auch einvernehmlich verlängern. Verdi setzt während der Schlichtung die Warnstreiks aus, mit der die Gewerkschaft in der Vergangenheit versucht hatte, den Druck auf den Konzern zu erhöhen.

(Reporter: Matthias Inverardi, redigiert von Ralf Banser) REUTERS

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