Telefongesellschaft
KPN mit Milliarden-Buchverlust nach E-Plus-Verkauf

Falscher Bilanzen bescheren der niederländische KPN ein Buchminus von mehreren Milliarden Euro aus dem E-Plus-Verkauf. Milliardär Carlos Slim forciert derweil weiterhin eine Übernahme des Telekomkonzerns.
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Den Haag/AmsterdamDer niederländische Telekomkonzern KPN wird nach dem Verkauf der Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland einen Verlust in Milliardenhöhe in seinen Büchern stehen haben. Der Buchverlust liege vermutlich bei 3,7 Milliarden Euro, teilte KPN am Montag mit. Darauf habe man sich nach Gesprächen mit den Finanzbehörden geeinigt. Das zu versteuernde Einkommen werde sich ab 2014 über die kommenden Jahre entsprechend verringern.

Der niederländische Mutterkonzern KPN hatte im Juli den 8,1 Milliarden Euro schweren Verkauf von E-Plus an Telefónica Deutschland angekündigt. In den Bilanzen der Holländer stand E-Plus aber mit einem deutlich höheren Wert.

Der niederländische Telefonkonzern KPN äußerte sich am vergangenen Donnerstag zudem erstmals öffentlich zum milliardenschweren Kaufgebot des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim. KPN und Slims Unternehmen América Móvil befänden sich - unabhängig vom E-Plus-Verkauf - in „konstanten und konstruktiven Gesprächen“, teilte die Konzernleitung mit. Sie bezeichnete das vor einem Monat unterbreitete Angebot zwar als „unerbeten“, aber nicht als „feindlich“.

América Móvil ist bereits zu 30 Prozent an KPN beteiligt und legte Anfang August ein Gebot für die Übernahme der restlichen 70 Prozent für gut sieben Milliarden Euro vor.

Die niederländische Aktionärsschutzvereinigung VEB hatte Konzernchef Eelco Blok offen dafür kritisiert, die Aktionäre im Dunkeln zu lassen, was er über die Slim-Offerte denke. Die 2,40 Euro je Aktie, die América Móvil bietet, liegen um fast 50 Prozent über dem Kurs der Aktie vom Juli.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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