Telekom-Ausrüster muss Profitabilität verbessern
Nortel streicht erneut 3 500 Arbeitsplätze

Der kanadische Telekom-Ausrüster Nortel Networks wird in diesem Jahr weitere 3 500 Arbeitsplätze abbauen, um seine Betriebskosten zu senken. Das von einem Finanzskandal betroffene High-Tech-Unternehmen teilte gestern zudem mit, dass sieben führende Mitarbeiter aus der Finanzabteilung entlassen worden seien. Ende April hatte Nortel bereits seinen damaligen Präsidenten Frank Dunn, seinen Finanzchef und den Leiter der Rechnungsprüfung entlassen.

gbr OTTAWA. Grund hierfür sind nicht korrekte Unternehmensbilanzen, die eine rückwirkende Überprüfung der Berichte bis in das Jahr 2001 erforderlich machen.

Der Personalabbau soll nach Angaben von Nortel-Präsident Bill Owens auf dem hart umkämpften Telekom-Markt die Profitabilität des Unternehmens verbessern. Er bedauere, dass weitere Mitarbeiter entlassen werden müssten, die eine „bemerkenswerte Loyalität“ gegenüber Nortel gezeigt hätten, sagte Owens. Die Entlassungen, die bis Ende des Jahres vollzogen sein sollen, betreffen zehn Prozent der Mitarbeiter des einstigen Telekom-Riesen. Die Kosten des Personalabbaus beziffert Nortel auf 300 bis 400 Millionen US-Dollar, sie sollen aber zu jährlichen Kosteneinsparungen von 450 bis 500 Mill. Dollar führen.

Auf dem Höhepunkt des Hightech-Booms im Jahr 2000 hatte Nortel weltweit 94 000 Mitarbeiter. Die Aktien erreichten damals an der Börse in Toronto einen Spitzenwert über 120 Kanadischen Dollar. Am Donnerstag Vormittag notierten Nortel-Aktien in Toronto mit 4,65 Kan-Dollar (+ 0,22 Dollar).

Nortel, Hersteller von Glasfaserausrüstung für die Telekombranche, hatte am Montag bekannt gegeben, dass die kanadische Bundespolizei RCMP im Zusammenhang mit dem Finanzskandal Ermittlungen aufgenommen hat. Auch die Börsenaufsichten der USA und der kanadischen Provinz Ontario durchleuchten das Finanzgebaren des Unternehmens. Nortel berichtete nun, dass weitere sieben Mitarbeiter „mit wichtigen Verantwortlichkeiten“ für die Finanzberichterstattung entlassen worden seien. Diese sieben und die drei im April Entlassenen hätten Verantwortung für die Präsentation der Unternehmensdaten gehabt. Nortel werde die Zurückzahlung von Bonusleistungen aus dem Jahr 2003 fordern und gegebenenfalls weitere Schritte gegen sie unternehmen.

Ende Januar hatte Nortel bei Präsentation vorläufiger Ergebnisse für das Jahr 2003 erstmals seit mehreren Jahren wieder einen Gewinn vermeldet. Er wurde zunächst mit 732 Millionen US-Dollar angegeben. Im April musste das Unternehmen die Gewinnerwartung aber um die Hälfte reduzieren.

Der Personalabbau ist Teil eines „strategischen Plans“, der auch Änderungen in der Organisationsstruktur beinhaltet. So will das Unternehmen neue Stellen von Verantwortlichen für die Einhaltung von Ethik-Vorschriften, für das Marketing und für neue Märkte und Akquisitionen schaffen.

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