Telekom-Chef Obermann
„Politik muss in der NSA-Affäre endlich handeln“

Was tut die Politik gegen die Überwachung des US-Geheimdienstes NSA? Deutlich zu wenig, findet Telekom-Chef Obermann: „Es ist fahrlässig, dass so wenig geschieht.“ Er fordert einheitliche europäische Datenschutzgesetze.
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DüsseldorfTelekom-Vorstandschef René Obermann kritisiert die Bundesregierung und die EU-Kommission wegen der schleppenden Aufklärung der NSA-Abhöraffäre. „Die Spitzeleien haben das Vertrauen in zwei Grundpfeiler unserer Gesellschaft, die freie Kommunikation und die Privatsphäre, erschüttert“, sagt Obermann dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

Für Obermann, der sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Bonner Telekommunikationsunternehmens Ende des Jahres an Timotheus Höttges übergibt und zum niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo wechselt, sind die Spionageaktivitäten des US-Geheimdienstes „sogar demokratiegefährdend“.

Insbesondere die Untätigkeit der in Berlin und Brüssel Verantwortlichen sei nicht hinnehmbar. „Ich verstehe die Leisetreterei nicht“, erklärt Obermann. „Es ist fahrlässig, dass so wenig geschieht.“ Es sei Sache der Politik und nicht der Wirtschaft, gegenüber den USA die Einhaltung von Datenschutzstandards einzufordern. „Europa könnte ruhig mal selbstbewusst die gemeinsamen Regeln nach außen tragen“, erklärt Obermann. Die Forderung des Managers: „Wenn Unternehmen aus den USA oder jedem anderen Land hier Geschäfte machen wollen, haben sie sich an unsere Standards zu halten.“

Vor dem Hintergrund fordert Obermann eine schnelle Harmonisierung der europäischen Datenschutzgesetze. Es müssten künftig alle EU-Bürger in der Lage sein, „ihren Anspruch auf eine geschützte Privatsphäre im Notfall auch einklagen zu können“.

Das Handelsblatt-Dossier zum Thema finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

Thomas Tuma ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.
Thomas Tuma
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Telekom-Chef Obermann: „Politik muss in der NSA-Affäre endlich handeln“"

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  • JETZT VERSTEHE GLEICHE NSU GESCHICHTE BESSER und AKTEN VERNICHTUNG , IN USA VERBOTEN , BEKOMMT SINN .

  • http://central.banktunnel.eu/20131211-1149-ecbint-pROOF-OF-LIFE-800x748.jpg

    Welchen Weg nehmen meine VoIP-Telefonate ins Ausland?
    Und bei welchen Providern können daher die IP-Datenpakete "abgeschnorchelt" werden.

    Um das herauszufinden nutzt man sogenannte Looking Glass-es, das sind stark eingeschränkte Zugänge auf Route-(Reflector-)Server zum Beispiel die man selbst aus der Ferne steuern kann, einige auch über Web Interfaces.
    Zum beispiel: http://www.traceroute.org/

    Nehmen wir mal an

    handelsblatt.com [193.194.144.199]

    wäre der gleiche IP-Adressbereich in dem sich der VoIP Server für die VoIP-Redaktionstelefone befindet. Dann würde das hier anziegen welchen Weg die Datenpakete nach (jetzt mal als Beispiel) das GSM Netz von TruTec in Süd-Afrika nehmen. (bitte Warten: Seite baute sich erst nach ca. 1 Minute auf)

    http://services.truteq.com/cgi-bin/nph-traceroute?handelsblatt.com

    Will ich das für meinen eigenen anschluß wissen und nicht den Handelsblatt Server emfiehlt es sich vorher
    die eigene IP-Adresse zu ermitteln. Auf

    http://central.banktunnel.eu/

    wo sich diese als sechster Eintrag ("Remote IP:Port") von oben

    "Remote IP:Port 89.204.139.67:35569"

    findet sind das die mit Punkten getrennte 4 Zahlen zwischen 0 und 255 vor dem Doppelpunkt im Beispiel:

    89.204.139.67

    Setze ich diese dann statt handelsblatt.com ein

    http://services.truteq.com/cgi-bin/nph-traceroute?handelsblatt.com

    http://services.truteq.com/cgi-bin/nph-traceroute?
    89.204.139.67

    dann sehe ich wer meinen Datenverkehr nach Südafrika auf dem Weg dorthin belauschen könnte.

  • @ Frank3 „JA ! man FRAGT sich SCHON , WELCHE AUFGABE STAATSSCHUTZ HAT ODER FRAGT sich NICHT MEHR .“

    Wenn Sie denken, daß der „Staatsschutz“ (sind Sie Österreicher?) den Staat, dessen Verfassung oder dessen Bürger schützt, liegen Sie daneben. Der Staatsschutz oder Verfassungsschutz schützt in erster Linie die Macht der z.Zt. Mächtigen.

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